Dieters Fotoblog

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Striplights im DiY – Verfahren hergestellt oder: SaberStrips „homebrew“

Softboxen sind eher hoch und breit oder annähernd rund, haben also einen mehr flächigen Charakter. Manchmal wünscht man sich aber weniger eine flächige als viel mehr eine längliche Lichtquelle. Deshalb liebeäugelte ich schon lange mit sogenannten Striplights.

Ok, hiermit bekenne ich öffentlich, zumindest in gewissen Umfang ein Camera-Gear-Geek zu sein. Die alte Weisheit “Haben ist besser als brauchen” habe ich adaptiert, und nach einer allgemein anerkannten Definition steht das Wort Hobby für die Lebensphilosophie,  mit einem Maximum an Aufwand ein Minimum an Erfolg zu erzielen. Bis hierher könnte ich schon mal die volle Punktzahl beanspruchen 😉
Und wie das so ist: nach einer gewissen Zeit findet man an jedem Ausrüstungsgegenstand Schwächen, so auch ich an meinen Softboxen und Durchlichtschirmen. Und so kam es, dass die Jagdsaison wieder mal eröffnet war.

Beim Stöbern im Netz und auf der Suche nach Transpi Inspiration sind mir vor einiger Zeit bei Flickr die Bilder von Scott Krebs aufgefallen, der seine Aufnahmen –vornehmlich Portrait- und Pärchenshootings- mit sogenannten „SaberStrips“ ausleuchtet. Dabei handelt es sich im Prinzip um Striplights, die in Form einer Röhre daherkommen und mit einem Aufsteckblitz befeuert werden.

In der Theorie bieten diese Striplights einige Unterschiede gegenüber den quadratischen Softboxen, wie ich sie habe. Schmale Lichtakzente sollen so leichter zu setzen sein und im Gegensatz zur Softbox, die ja als Flächenleuchte in zwei Richtungen weiches Licht erzeugt, hat man hier jederzeit die Wahl, ob das Licht nur in eine (dann in welche) oder zwei Richtungen (bei Einsatz von zwei dieser SabreStrips) weich verlaufen soll.

Diese Dinger sollen also nicht nur eine gewisse Flexibilität bei der Beleuchtung ergeben, wenn sie richtig eingesetzt werden sieht Licht richtig gut aus, wie Scott Krebs mit seinen Bildern zeigt. Zudem äußert sich der Fotograf auch im alltäglichen Umgang positiv über diese Lichtformer:

  • Einfach zu transportieren,
  • leichtes Handling beim Aufbau und eine
  • geringe Windlast am Stativ.

Letzteres erachte ich besonders bei einem Outdoor-Einsatz als wichtig. Schließlich ist mir schon mehrfach bei einem shooting ein Durchlichtschirm oder die Softbox umgeweht (Mary-Poppins-Effekt), jedes Mal mit entsprechendem Schaden am Gerät, ohne dass ich überhaupt einen Luftzug bemerkt hätte (Sandsäcke als Gegengewicht habe ich zwar, aber ich wollte mich beim Transport on location nicht mit dem zusätzlichen Handling und Gewicht belasten: es war ja vermeintlich windstill 🙁 ).

Mir scheint, bei diesen Saber-Lights liegen die Vorteile auf der Hand, so etwas wollte ich ausprobieren!

Aber was tun, wenn einem außer Softboxen und Schirme keine anderen Lichtformer zur Verfügung stehen? Etwa die Softboxen an den Diffusoren abkleben bis nur noch der gewünschte schmale Spalt zur Beleuchtung frei ist? Nein, viel zu viel Leuchtfläche ginge verloren, der Wirkungsgrad würde zu gering werden, meine kleinen Aufsteckblitze würden sich da drinnen sicherlich die Seele aus dem Leib blitzen und könnten mich hinsichtlich der Lichtausbeute doch nicht zufrieden stellen. Das Problem der Windanfälligkeit wäre auch nicht gelöst.

Einfach ein paar solche Striplights kaufen?

Bei einer ersten Suche im Netz der Netze vor etwas mehr als einem Jahr war das Angebot an solchen Lichtformern für Aufsteckblitze nicht besonders groß und die Dinger kosteten auch gerne mal so um die 80.- pro Stück. So viel Geld ausgeben ohne zu wissen, ob ich das Zeugs in Zukunft wirklich brauchen werde? Nein, kaufen schien -zumindest zum damaligen Zeitpunkt- ebenfalls keine Option.

Stefan Groenveld, Fotograf aus Hamburg, hat Nägel mit Köpfen gemacht und sich die Original SaberStrips bestellt. In seinem Blog veröffentlichte er einen Erfahrungsbericht .

Ok, Stefan scheint Profi – oder zumindest Semi-Profi- zu sein, er denkt sicherlich in anderen Dimensionen, was Ausgaben für Licht angeht. Was er dort als einen kleinen Preis beschreibt sprengt aber meinen selbstgesteckten Rahmen für solcherlei Spielsachen.
Der reguläre Anschaffungspreis liegt zur Zeit (April 2015) incl. Transportkosten von USA nach Europa bei etwa 300.- € für zwei dieser „Lichtschwerter“. Dazu addieren sich noch Zoll (etwa 6,5%) und Einfuhrumsatzsteuer (19%), sowie die notwendigen Kabel und Empfänger zum Auslösen. Stefan rechnete damals für Kabel und Auslöser nochmal mit 110.- €. Sehr viel preiswerter dürfte das bis heute auch nicht geworden sein.

Ebenfalls zu bedenken ist dazu noch jedes Mal das Gefummel, wenn man an den Blitzen die Lichtleistung ändern möchte: die Blitze stecken schließlich in der Röhre. Ok, das ginge unter Umständen auch über eine Änderung des Abstandes Motiv/Licht, ist aber abhängig von den Platzverhältnissen der gewählten Location.

Also kam ich recht schnell zu der Einsicht, dass mir das alles zu teuer und zu kompliziert in der Bedienung ist. Über TTL-Blitze und PocketWizard denkt nicht mal der Mann als (Semi-?) Profi nach. ($/€ !)

Also versickerte der Gedanke an solche Striplights in den Tiefen meines Neuronalen Netzes.

Vor ein paar Wochen ereigneten sich dann zwei Dinge nahezu zeitgleich:

  • Zum einen wurden meine über Funk regelbaren Yongnuo YN560-III Blitzgeräte nebst des zugehörigen Controllers um zwei weitere vom Typ YN560IV ergänzt,

klick macht grösser

Erweiterung des Geräteparks

Erweiterung des Geräteparks um zwei YN560 Mk IV. Der Belichtungsmesser in der Mitte muss uns jetzt nicht weiter irritieren 😉

und diese Kombo löst das Problem der einfachen Leistungsänderung auf sehr elegante Art.

  • Zum anderen veröffentlichte Zack Arias ein Video, in welchem er (neben einigen anderen Spielsachen) genau diese SaberStrips in seiner sehr eigenen Art testet. Das komplette Video zeigt noch einiges mehr, wer sich nur für den SaberStrip interessiert: bei 10:30 geht’s los.

Selber machen? Selber machen!

Wenn man sich auf der Herstellerseite der SaberStrips umsieht wird einem schnell klar, dass der geübte Bastler eigentlich in der Lage sein sollte, so etwas auch selber hin zu bekommen. Röhre besorgen, Loch reinschneiden, mit lichtdurchlässigem Material wieder zukleben, Blitz rein und fertig!

Na ja, im Prinzip schon, wenn man ein paar Kleinigkeiten nicht weiter aufführt 😉

Meine Wünsche an diese Lichtformer waren schnell formuliert:

  • Leicht sollten sie sein. Da ich damit rechne, die Teile häufig „on location“ einzusetzen, sollen sie für den Transport nur ein geringes Gewicht haben.
  • Sie sollten bedingt wetterfest sein, d. h. beständig gegen eine gelegentliche leichte Dusche in Form eines kurzen Schauers (bis ich die Dinger ins Trockene gebracht habe), einen leichten Nieselregen oder Nebelnässe.
  • Unkompliziert in der Handhabung, also bei einer Leistungsänderung der darin eingesetzten Blitze.
  • Ein Akkutausch oder gar ein Wechsel des Blitzgerätes muss ohne Werkzeug durchführbar sein.
  • Der Anschaffungspreis sollte so gering sein, dass auch mehrere davon in der Anschaffung die Hobbykasse nicht über Gebühr strapazieren. Eine genaue Vorstellung hatte ich hier nicht, der Preis sollte lediglich deutlich unter dem einer käuflichen Lösung liegen.
  • Einfache Nutzung an einem Lichtstativ, d. h. es sollte ein Spigot-Adapter zur Befestigung an einem Schirmneiger vorhanden sein.

Zuerst galt es, passende Röhren zu beschaffen. Von Wasserrohren aus dem Baumarkt habe ich erst einmal Abstand genommen, da mir der Kunststoff zu aufwendig in der Bearbeitung schien und mich statt dessen für die zwar weniger stabilen, aber dafür leichteren Postversandröhren aus dem Bürohandel entschieden. Erleichtert wurde mir die Entscheidungsfindung durch eine eingehende Warensendung, die eben eine jener Röhren als Verpackung nutzte.

Um die Oberfläche einigermaßen wasser- und abriebfest zu machen wurden die Röhren von außen mit de-ce-fix Folien beklebt, natürlich, um Reflektionen weitestgehend zu vermeiden, in „Profi-Schwarz“ 😉

Die spannendste Herausforderung

war wohl, die Blitzgeräte in den Röhren so zu befestigen, dass die Befestigung meinen Vorstellungen entsprach.
Schön wäre eine Art Bajonettverschluss gewesen, aber wenn das Blitzgerät erst einmal in der Röhre sitzt bleibt nicht mehr viel Luft, um eine entsprechende „Mimik“ unterzubringen. Somit schied diese Variante aus.

Was aber funktioniert ist eine Lösung ähnlich wie beim Original: die Röhre wird mit einem 100-er HT-Muffenstopfen (Das Ding heißt wirklich so, ehrlich!) verschlossen, die eine 12mm Sperrholzplatte beinhaltet, auf welcher das Blitzgerät befestigt ist. Gesichert wird das Ganze mit einer Bandschelle. Leider waren bei meinen Streifzügen durch die heimischen Baumärkte nur Varianten mit Schlitzkopf, Außensechskant oder Inbusschraube zu finden, der Wunsch nach einer werkzeuglosen Demontage bleibt also noch offen (Wenn jemand eine Bezugsquelle für solche Bänder kennt, die wie beim Original Saberstrip dieses schlüsselähnliche gelbe Dingsbums zum dran drehen haben: ich bin für jeden Tipp dankbar 😉 ).

Der Rest ist schnell erzählt:

Zur besseren Lichtausbeute wurden die Röhren innen so mit einer Rettungsdecke beklebt, dass die silberne Fläche als Reflektor dient, die Ausschnitte für den Lichtaustritt sind mit Leuchtkastenfolie wieder verschlossen worden. Der Einfachheit halber habe ich die Folie mit ausreichen Übermaß abgeschnitten, unter leichter Spannung über die Lichtaustrittsöffnung gelegt und mit durchsichtigen Paketklebeband (dieses 5 cm breite Zeugs) an beiden Seiten festgeklebt.

Die Befestigung am Lichtstativ funktioniert mit einer 3/8-Zoll-Schraube, die von innen durch den Deckel und Sperrholzplatte durchgesteckt ist.

Wenn Ihr selber für das Eine oder Andere DiY-Projekt noch auf der Suche nach einer Bezugsquelle für „Fotoschrauben“, also ¼-oder 3/8 Zoll seid, kann ich die Firma ATG Autoteile Gerasch in Bielefeld empfehlen. Dort ist man sehr hilfbereit und scheint ein gut sortiertes Lager auch für solche, hierzulande eher selten benötigte Exoten zu haben.

 

Was hat’s gekostet?

Wenn ich die Ausgaben für die verbauten Teile zusammenzähle komme ich auf knapp unter 80.- Euro.

Gezählt habe ich hier die Postversandröhren (die knapp die Hälfte des aufgewandten Budgets verbrauchten), de-ce-Fix-Klebefolie, Coldshoe-Adapter, ¼“ und 3/8“ Schrauben incl. Unterlegscheiben und die Rettungsdecke.
Nicht mitgerechnet habe ich die Kleinteile wie Sperrholz, Klebeband usw., da dieses als Rest aus anderen Bastelprojekten übrig war.

Dafür habe ich jetzt aber, das habt Ihr ja schon anhand der Fotos mitbekommen, vier solcher Lichtblitzleuchtdingens-Röhren, und wenn man so etwas erst einmal hat, dann findet sich auch bestimmt ein Einsatzzweck dafür. Ihr wisst ja: haben ist ….  😉
Das macht schlanke 20.- Euro pro Striplight, eine durchaus akzeptable Summe, wie ich finde.

Und hell machen die Dinger auch.

Das sie tatsächlich wie geplant zu funktionieren scheinen habe ich schon mal anhand eines schnell geschossenen Selfies herausgefunden. Womit aber der praktischen Einsatz auch schon beschrieben wäre, eine gründliche Erprobung steht noch aus. Einigen Stills und Selfies zum Studieren der Lichtcharakteristik werden dann -hoffentlich- bald Portraits folgen.

Habe ich schon erwähnt: zum Ausprobieren werden noch Models gesucht 😉 Du bekommst schicke Bilder und ich kann die Dinger ausgiebig testen.

 

Der Bau in Bildern

Ich habe versucht, die einzelnen Bauabschnitte so im Bild festzuhalten, dass Ihr bei Bedarf Eure eigene Variante solcher “Home-brew-Saberlights” leicht nachbauen könnt 😉

Wie immer gibt es bei einem Klick auf ein Bild eine leicht vergrößerte Ansicht in der Lightbox:

Coldshoe-Adapter und 1/4"-Fotoschrauben.  Die Bolzen mit dem quadratischen Fuß stecken in der Sperrholplatte und halten den Coldshoe. Leider sind sie für das 12 mm Sperrholz zu lang, anderes habe ich nicht, absägen wollte ich sie nicht, und wenn ich eine der beiliegenden Muttern verwende, dann greift das Gewinde nicht auf der vollen Länge, was ich bei dem weichen Alu-Zeugs aber schon gerne hätte. Also wurde mit Unterlegscheiben alles passend gemacht

Coldshoe-Adapter und 1/4″-Fotoschrauben.

In weiser vorraussicht habe ich das Zeugs schon mal frühzeitig bestellt. Die Bolzen mit dem quadratischen Fuß stecken in der Sperrholplatte und halten den Coldshoe. Leider sind sie für das 12 mm Sperrholz zu lang, anderes habe ich nicht, absägen wollte ich sie nicht, und wenn ich eine der beiliegenden Muttern verwende, dann greift das Gewinde nicht auf der vollen Länge, was ich bei dem weichen Alu-Zeugs aber schon gerne hätte. Also wurde mit Unterlegscheiben alles passend gemacht.

 

Erste Schritte Ein paar Holzleisten helfen dabei, eine schöne gerade, und vor allem mittige Linie für den Schnitt anzuzeichnen.

Erste Schritte
Ein paar Holzleisten helfen dabei, eine schöne gerade, und vor allem mittige Linie für den Schnitt anzuzeichnen.

Der Lichtaustritt soll schliesslich mittig sitzen und sich nicht wie eine Kletterpflanze emporwinden 😉

 

 

Uum Anzeichnen der restlichen Röhren wurde einfach der Ausschnitt der Ersten als Schablone genommen.

Zum Anzeichnen der restlichen Röhren wurde einfach der Ausschnitt der Ersten als Schablone genommen.

Es hat sich bewährt immer den gleichen Ausschnitt als Schablone zu verwenden. Die Abweichnungen untereinander bei den einzelnen Öffnungen bleiben so minimal.

 

Geschafft, das erste Muster ist fertig.  Mit einen Stabilen Cutter und einer neuen Klinge reichen der Regel drei bis vier Schnitte unter leichtem Druck, und man ist durch das Material durch. Hier hatte ich grössere Schwierigkeiten erwartet.

Geschafft, das erste Muster ist fertig.

Mit einen Stabilen Cutter und einer neuen Klinge reichen in der Regel drei bis vier Schnitte unter leichtem Druck, und man ist durch das Material durch.
Hier hatte ich grössere Schwierigkeiten erwartet. Für die Schnitte habe ich die gleiche Technik der untergelegten Holzleisten angewendet wie beim Anzeichnen mit dem Stift. So ist die Chance am größten, auch einen einigermaßen geraden Schnitt zu machen.

Vorsicht beim Arbeiten mit dem Cuttermesser: besser ist es, vom Körper weg zu arbeiten. Dazu müsst Ihr die Röhren aber fixieren, da man sie so nicht mehr so gut halten kann. Ich habe diesen Rat nicht berücksichtigt aber die Klinge nur maximal fünf mm aus dem Griff hervorstehen lassen.

 

Die Säulen der Erde Die Ausschnitte sind fertig, sonit ist der gefährlichste Teil der Arbeit erledigt (und keine Blutspuren zu sehen :) )

Die Säulen der Erde

Die Ausschnitte sind fertig, somit ist der gefährlichste Teil der Arbeit erledigt (und keine Blutspuren zu sehen 🙂 )

 

Die Vorbereitung

Die Vorbereitung des Innenlebens

Jetzt werden die Röhren innen mit doppelseitigem Teppichklebeband versehen. Darauf hält dann die Rettungsdecke bombenfest.

 

Innen mit Rettungsfolie Auskleiden

Innen mit Rettungsfolie Auskleiden, die soll ja angeblich 99% Reflektionsvermögen haben. Wäre mir schon recht, wenn nicht die ganze Blitzenergie da drinnen wirkungslos verpufft 😉

So geht es relativ einfach:
Um die Rettungsdecke besser in Position bringen zu können, habe ich sie zuerst auf eine Holzleiste aufgewickelt, diese dann in die Röhre eingeführt, dann einen Streifen nach dem anderen die Schutzfolie vom Teppichklebeband entfernt und die Rettungsdecke vorsichtig auf dem Teppichklebeband abgewickelt und angedrückt. Aufpassen:
Wenn die Decke um die Leiste gewickelt wird muss die goldene Seite aussen liegen, es sei denn, Ihr wollt Reflektoren mit goldenem Abendlicht 😉
TIPP: Besser geht das mit einem Rundholz. Um die Rettungsdecke überhaupt vernünftig auf den Stab aufwickeln zu können musste ich den Anfang mit drei kleinen Stückchen Tesafilm am Holz ankleben, mit dieser “Starthilfe” dann ging dann alles wie von selbst 😉

 

 

Nein, das sind keine Teile der neuen Kirchenorgel

Nein, das sind nicht die Teile für die neue Kirchenorgel und nur in der ganz linken Röhre steckt ein Blitz. Das lässt hoffen 😉

Geschafft! die Röhren selbst sind soweit. Was fehlt sind noch ein reflektierend beklebter Deckel an dem einen und die Blitzbefestigung an dem anderen Ende.

 

YN560II mit RF-603 und Standfuß

YN560II mit RF-603 und Standfuß

Ein YN560II mit RF-603 auf dem Plastikstandfuß. “Das passt da knirsch rein”, wie mein Freund, der Architekt, sagen würde. Eine vernünftige Ausrichtung des Blitzes ist aber nicht mehr möglich. Das muss anders 😉

 

Vorbereitende Arbeiten

Plan “B”: Die Blitzgeräte auf den unverstärkten HT-Deckel zu schrauben war mit zu heikel, Verstärkung wurde gebraucht

Auf ein Reststück 12mm Sperrholz wurden die Scheiben mit dem Zirkel aufgerissen. Zwischen den Kreisen genug Platz lassen für das Sägeblatt, gesägt wird dann entlang der Außenkannte des Bleistiftstriches.

 

Los geht's mit Sägen

Los geht’s mit Sägen

Nach dem Anzeichnen der Kreise wurde das Sperrholzbrettchen in vier Teile getrennt. So lassen sich die einzelnen Brettchen an der Dekupiersäge besser führen. Da das Sägeblatt auch im  Sperrholz gerne der Faser folgt und leicht verläuft wurde mit leichter Zugabe für’s Schleifen ausgesägt.

 

Was nicht passt wird passend gemacht

Was nicht passt wird passend gemacht

Nach dem Sägen erfolgt das genaue Einpassen am Tellerschleifer.

 

Deckel drauf und fertig

Deckel drauf und fertig

Die Sperrholzscheiben sind fertig verschliffen und passen saugend in die Röhren.

 

Idealplan ;)

Idealplan, aber wie im richtigen Leben war schnell klar: hier musste ein Realplan her 😉

Der ursprüngliche Wunsch war, das Blitzgerät mit einer Art Bajonettverschluss in der Röhre zu befestigen. Metall scheidet ebenso wie Kunststoff als als Werkstoff aus, bleibt nur Holz, und da zeigten sich die Platzverhältnisse als nicht ausreichend. Also musste eine andere Lösung her.

 

 

Ideenfindung: wie soll das das Blitzgerät im Inneren der Röhre besfestigt werden?

Ideenfindung: wie soll das das Blitzgerät im Inneren der Röhre besfestigt werden?

Ausprobieren war angesagt. Hier sind die U-Scheiben zur 1/4″-Schraube (die den Coldshoe hält) noch unter der Sperrholzplatte. Das wurde später geändert, die 3/8″-Befestigungsschraube hätte sonst die Platte schief in den Deckel eingezogen (oder ebenfalls so dick unterlegt werden müssen)

 

Kraftübertragung

Kraftübertragung

So wollte ich es haben:
Ein Spigot-Adapter sichert mir die einfache Befestigung am Lichtstativ mittels Schirmneiger.

Wenn vorgesehen ist eine solche Röhre auch waagerecht zu einzusetzen, sollte hier unbedingt ein stabiler Schirmneiger aus Leichmetall (Phottix, Calumet, Manfrotto) zum Einsatz kommen, da durch den langen Hebelarm der Röhre doch einiges an Kraft auf die Seitenwände der Spigothalterung ausgeübt wird. Ich persönlich habe die Befürchtung, dass Kunststoff hier eventuell auseinandergesprengt werden könnte.

 

Der Coldshoe wurde mir Unterlegscheiben unterlegt. Das Gewinde der durch die Holzplatte gesteckten Schraube hätte sonst die Kontakte am Blitzfuß berührt.

Endgültige Montage

Der Coldshoe wurde mit Unterlegscheiben unterlegt. Das Gewinde der durch die Holzplatte gesteckten 1/4″-Schraube hätte sonst die Kontakte am Blitzfuß berührt. Vor dem Coldshoe ist dier Kopf der 3/8″-Schraube zu sehen, die das ganze Konstrukt mit dem Spigot-Adapter zuammen hält.

Den kleinen Holzklötzchen hatte ich ursprünglich eine andere Verwendung zugedacht. Jetzt zeigen sie sich allerdings als hilfreiche Führung, wenn es darum geht, die Röhre in den passgenau umlaufenden Schlitz “einzufädeln”.

 

 

Erster Test mit den DiY-Sabre-Lights. Ergebnis: Funzt!

Erster Test mit den DiY-Saber-Lights. Ergebnis: Funzt!

Soweit ist das Projekt “Beschaffung eines SaberLights im DiY-Verfahren” nun also abgeschlossen. Was bleibt, sind einige Erkenntnisse hinsichtlich der Befestigung und Materialauswahl.
Bei meiner Suche in diversen Baumärkten wurde ich häufiger erst im Nachhinein auf andere Möglichkeiten mit fertigen “Halbzeugen” aufmerksam. Vielleicht geht ja doch noch mal eine Version mit Bajonettverschluss?

Aber zuerst will ich die Dinger ausgiebig in der Praxis einsetzen und Erfahrung damit sammeln. Ihr kennt das:
“Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und Grün des Lebens goldner Baum.” (Mephisto in Goethes Faust)

In diesem Sinne!
Ich hoffe, wir  treffen uns beim Bilder machen 🙂


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Autor: Rt

Wissen wird nicht weniger wenn man es teilt. Jeder kann fotografieren, aber manchmal fehlt uns der eine oder andere Kniff oder es interessiert uns generell, wie etwas gemacht wird. Und weil ich sowieso am liebsten übers fotografieren plaudere habe ich angefangen, in diesem Blog das festzuhalten, was mich zum jeweiligen Zeitpunkt am meisten beschäftigt. Ob es dabei um grundlegende oder weiterführende Techniken geht oder ob ich über eine spezielle Anwendung berichte, und egal ob Ihr Euch als Anfänger betrachtet oder über reichlich Erfahrung verfügt: Ihr seid herzlich eingeladen auf diesen Seiten zu stöbern und mit zu diskutieren.

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