Dieters Fotoblog

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Titelbild FastStone und ShiftN

RAW-Dateien entwickeln ohne Lightroom oder Photoshop – eine weitere, kostenlose Alternative

In meinem letzten Artikel hatte ich Euch für die Entwicklung Eurer RAW-Dateien als Alternative zu Adobe Lightroom das sehr umfangreiche und leistungsstarke Programm DxO OpticsPro 11 vorgestellt.
Hier habe ich einen weiteren Vorschlag, der vor allem für diejenigen interessant ist, die zwar nicht ganz so tief in die Bildbearbeitung eintauchen möchten, trotzdem aber gelegentlich aus dem Vorteil des RAW-Formates ihren Nutzen ziehen wollen.

Hallo zusammen, es freut mich Euch hier wieder zu treffen!

Warum ich mich nach Alternativen umschaue und was ich bereits gefunden habe könnt Ihr in den letzten beiden Artikeln Adobe-wir-haben-ein-Problem und RAW-Dateien entwickeln ohne Lightroom oder Photoshop – Eine Alternative nachlesen. Solltet Ihr zum ersten Mal hier sein könnt Ihr aber auch ohne die Vorgeschichte hier einsteigen und (hoffentlich) etwas „mit nach Hause nehmen“ 🙂


Überblick:

RAW warum und wie

Leistungsumfang

Rauschreduzierung und Weißabgleich

Änderung der Bildgröße

Stürzende Linien

Zusammenfassung und Downloads


Gelegentlich aus dem RAW-Format Vorteile ziehen – warum eigentlich und wie soll das denn gehen?

Spätestens jetzt muss ich Farbe bekennen: ich bin faul, und das auch, wenn es um mein Hobby geht. Na ja, sagen wir „relativ faul“, denn ich mag es bloß nicht, zu Hause irgendwelche Arbeiten in Photoshop erledigen zu müssen, die ich bei der Aufnahme hätte vermeiden können. Also versuche ich schon vor der Aufnahme, möglichst viele Fehler zu vermeiden (das gilt auch für Gestaltungsfehler, aber die lassen wir hier mal außen vor 😉 ) und zumindest die Kamera-Einstellungen so vorzunehmen, dass ich nach Möglichkeit die JPG-Dateien 1:1 verwenden kann. In vielen Fällen klappt das auch recht ordentlich, aber manchmal komme ich eben in Grenzbereiche, in denen das von der Kamera erzeugte JPG … hmm … sagen wir: „schwächelt“.

Das kann beispielsweise bei einer Nachtaufnahme in der Stadt sein: die sehr hohen Unterschiede zwischen hell strahlenden Leuchten und tief dunklen Schatten übersteigen den Kontrastumfang eines JPG-Bildes oft bei weitem. Hier muss ich mich entscheiden, ob ich lieber die Lichter „ausfressen“ oder die Tiefen „absaufen“ lassen will, beides zusammen zu erhalten geht nicht so ohne weiteres.
Wenn ich dann mangels Stativ oder einer anderen Möglichkeit die Kamera abzustützen, die Aufnahme auch noch aus der Hand schießen muss, scheidet auch ein HDR(1) aus. Also kommen nur noch höhere ISO-Werte in Betracht um ein verwackeln der Aufnahme zu vermeiden.
Ein höherer ISO-Wert, vor allem wenn es auf ISO 3200 oder darüber hinausgeht, bedeutet aber auch höheres Rauschen, und obwohl ich immer behaupte, dass das Rauschen von vielen Fotografen überbewertet wird, kommt auch bei mir irgendwann der Moment, in dem ich zur Rauschminderung greife.

(1) Falls der die Abkürzung „HDR“ Euch noch nichts sagen sollte: Dabei handelt es sich um eine Technik, die aus mehreren unterschiedlichen Belichtungen, also über-, unter- und normal belichteten Fotos, nur jeweils die Bildpartien zum endgültigen Foto zusammenbaut, in denen genügend Zeichnung enthalten ist. Bei modernen Kameras kann man das per Menü einstellen, die Kamera gibt dann ein fertiges HDR-Bild als JPG aus. Alternativ geht es auch per Photoshop, Gimp oder speziell dafür entwickelten Programmen.

Genau hier kommt das RAW-Format ins Spiel.

Im RAW-Format speichert unsere Kamera nämlich wesentlich mehr an Informationen als bei Aufnahmen im JPG-Format. Ohne hier weiter in die Tiefe zu gehen (dazu gibt es genügend Infos im Internet) sei hier nur gesagt, dass ein JPG-Bild mit acht Bit pro Farbkanal gespeichert wird, das RAW-Bild dagegen mit 12 oder 14 Bit, je nach Kamera. Da geht also schon einiges mehr und man kann in so manchen Schatten noch etwas Zeichnung reinbringen oder die Lichter etwas nach unten ziehen um ein ausfressen zu vermeiden. Vor allem das Rauschen lässt sich hier wesentlich besser unterdrücken als im JPG. Voraussetzung ist natürlich, dass die eigene Kamera Dateien im RAW Format speichern kann und man diese Option im Menü auch aktiviert hat.
Wenn es also einfach darum geht, „schnell mal eben“ eine RAW-Datei zu entwickeln um ein besseres Ergebnis als das von Kamera intern erzeugten JPG zu bekommen, dann halte ich die Stunde von FSIV für gekommen.


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FSIV steht für FastStone Image Viewer. Was kann das Programm?:

Aktuell ist die Software in der Version 6.4 zu bekommen, und zwar kostenlos! Dabei handelt es sich um ein relativ schlankes und leicht zu erlernendes Programm. Ich habe zwar keine Ahnung, warum und wie der Name „FastStone“ zustande kam, aber wer will, kann die Abkürzung FSIV auch als „Full Screen Image Viewer“ umdeuten, denn genau um einen solchen handelt es sich hier. Das Bild wird also während der Entwicklung /Bearbeitung auf der kompletten Monitorfläche angezeigt, was ich als sehr angenehm empfinde.
Der Funktionsumfang von FSIV kann sich durchaus sehen lassen , auch wenn er nicht an den von Lightroom oder DxO OpticsPro heranreicht. Aber gerade deshalb ist das Programm so übersichtlich. Für die offenkundigsten Retusche-Arbeiten wie das Entfernen roter Augen gibt es ein eigenes Tool, auch wenn mal ein Pickelchen weg zu stempeln ist gibt auch einen Kopier-und Reparaturpinsel, die beide sehr gut arbeiten. Was aber unter anderem fehlt ist die Möglichkeit der lokalen Korrektur, den Weißabgleich per vordefinierter Liste vorzunehmen und eine „Upright“-Funktion wie LR sie bietet, um Gebäudekanten parallel auszurichten. Alles in allem aber keine große Sache, und das Programm erfüllt seinen Zweck doch sehr gut.
Wie immer: Für ein größeres Bild einfach drauf klicken

Funktionsumfang

Der Funktionsumfang von FSIV kann sich sehen lassen

Was die gerade genannten Punkte Weißabgleich und Kanten begradigen angeht, so kann man sich anders behelfen, wie wir noch sehen werden.
Einen ersten Überblick über die grundlegenden Funktionen des Programmes geben Euch die Bilder, in denen Ihr sehen könnt, wie eine Nachtaufnahme etwas aufgehübscht werden kann. Aber der Reihe nach.

 

Das Programm starten

Im ersten Bild seht Ihr den Startbildschirm mit dem Verzeichnisbaum auf der linken Seite. Hier wurde schon ein Verzeichnis per Mausklick ausgewählt, deshalb werden die im Verzeichnis liegenden Bilddateien in der Vorschau angezeigt. In diesem Fall gibt es nur RAW-Dateien und noch keine JPGs. Da die Vorschaubilder aus jeder einzelnen Datei extrahiert werden müssen kann das bei vielen Bildern im Verzeichnis schon mal ein paar Sekunden dauern. Das merkt man auch, wenn man von einem Foto zum nächsten geht. Die kleine Vorschau unten links hinkt etwas hinterher und es dauert etwas länger als man es vielleicht von Windows-Explorer gewöhnt ist.

Verzeichnisansicht

Die Verzeichnisansicht in FSIV

Mit einem Rechtklick auf gewünschte Bild in der Vorschau öffnet sich ein Menü, mit dessen oberstem Eintrag das angewählte Bild im Vollbildmodus angezeigt wird.

Rechtsklick auf Vorschau

Mit einem Rechtsklick auf die Vorschau und dann auf den Menüpunkt “Vollbild” oder mit einem Doppelklick auf die Vorschau kommt man zur Vollbildschirmansicht.

Normalerweise sollte jetzt das Bild, wie in den anderen RAW-Konvertern auch, in Farbe auf dem Monitor erscheinen (in der Einstellung „RAW“ in der Kamera wird ja die Farbinformation aufgezeichnet), aber bei mir wurden auch in der Vollbildschirmansicht noch einige in Schwarz-Weiß angezeigt.

Der Grund ist ganz einfach der, dass ich meine Bilder immer zur Sicherheit in RAW und in JPG speichere. Ist das JPG in Ordnung, wird es genommen, wenn nicht, habe ich das RAW als Reserve. Außerdem fällt es mir leichter, die Verteilung bzw. die Stärke von Lichtern und Schatten auf dem Display der Kamera zu beurteilen, wenn ich die JPGs in SW aufnehme (auf dem Display der Kamera werden immer die JPGs angezeigt: entweder die gespeicherten oder, wenn man ausschließlich in RAW speichert, die im RAW eingebetteten).
Offensichtlich also verwendete das Programm auch in der Vollbildschirm-Ansicht die in der RAW-Datei eingebettete Vorschau. Das kann man aber ganz leicht ändern. Mit der Funktionstaste F12 gelangt man ins Einstellungsmenü,  im Bild unten seht Ihr die notwendigen Einstellungen.

Einstellungen für RAW Farbe

Diese Einstellung kann zwar keine Leben retten, aber das Bild in Farbe öffnen 🙂

Bearbeitung des Bildes in voller Bildschirmgröße

FSIV Darstellung im full screen modus

Hoppla, das hatte ich so nicht erwartet, macht aber Spaß. Das Bild wird in voller Bildschirmgröße angezeigt.

Der Marktplatz meines Heimatstädtchens in der Full Screen View. Aber wo sind die Bearbeitungs-Menüs? Des Rätsels Lösung ist schnell gefunden, man muss nur den Mauszeiger an die Bildschirmränder bewegen und die Anzeigen erscheinen. Die für mich wichtigsten Punkte finden sich im Menü am linken Bildschirmrand. Auf einige diese Punkte werde ich eingehen, die restlichen Sachen könnt Ihr ja selber ausprobieren 🙂

Die vier Menüs zusammengefasst, unten rechts gibt es nur den Pfeil zum nächsten Bild

Die vier Menüs in einem Bild zusammengefasst. Unten rechts gibt es nur den Pfeil zum nächsten Bild.


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Rauschreduzierung und Weißabgleich:

In meinem Beispielfoto habe ich mit der Rauschreduzierung begonnen, da jeder weitere Bearbeitungsschritt das Rauschen verstärken würde. In dem kleinen Fenster dieses Menüs könnt Ihr den Bereich festlegen, der in der 100%-Ansicht angezeigt werden soll. Ich habe hier relativ moderate Werte gewählt und es erst einmal dabei belassen.
Übrigens, für diejenigen unter Euch, die sich noch nicht so häufig mit diesem Thema befasst haben: Rauschen tritt am stärksten in den dunklen Bildbereichen auf, auf solche Stellen solltet Ihr also Euer Hauptaugenmerk richten. Bei dieser Aufnahme hatte ich mir eine Stelle in der Nähe des rechten Kirchturms ausgesucht, um die richtige Einstellung für den Rauschfilter zu finden. Geht man zu hemdsärmelig an die Sache heran, leiden die Einzelheiten im Bild, und feine Strukturen gehen verloren. Die werden dann sozusagen „glattgebügelt“.
Aus diesem Grund hatte ich mein Auswahlfenster auf die Fassade mit den Ornamenten verschoben um hier nachzuschauen, ob meine gewählten Parameter nicht zu heftig wären.

Mit einem Klick auf OK rechnet das Programm zügig los und ein Fortschrittsbalken informiert über den Fortschritt.

Mit einem Klick auf OK rechnet das Programm zügig los und ein Fortschrittsbalken zeigt an, dass hier gearbeitet wird.

Was mir persönlich weniger gefallen hat war die starke Orangefärbung des Bildes. Rein technisch betrachtet mag das zwar genau so richtig sein, denn die Leuchten auf dem Markplatz geben stark farbiges Licht ab. Den Weißabgleich der Kamera hatte ich auf „Automatik“, trotzdem war mir das etwas zu viel.

 

Kein schneller Weißabgleich per vordefinierter Farbtemperatur-Liste

Im Normalfall gibt es in Bildbearbeitungsprogrammen zur Korrektur des Weißabgleichs eine Liste mit vordefinierten Farbtemperaturen der verschieden Lichtquellen, wie z. B. Blitz, Tageslicht, Schatten, Bewölkt, Glühlampen usw. So etwas habe ich hier allerdings vergebens gesucht. Zwar gibt es im linken Menü einen Punkt “Auto Farbe”, aber der hilft an dieser Stelle leider auch nicht weiter. Also muss man hier einen anderen Weg gehen.
Als erstes fällt mir das Menü „Farben korrigieren“ auf und hiermit ist dem „Problem“ schon ganz gut beizukommen, aber die Einstellungen der Regler wirken sich über das gesamte Bild gleichmäßig aus. Um die Werte zu verändern könnt Ihr entweder die Regler direkt mit der Maus anfassen und ziehen/schieben oder auf die Pfeile nach oben/unten klicken. Das Maus-Rad tut es aber auch, was ich als sehr angenehm und feinfühlig empfinde.

FSIV Menü Farben korrigieren

FSIV Menü Farben korrigieren

Mit den Gradationskurven kann man hier selektiver vorgehen und die dunkleren Bildteile bei Bedarf weniger stark beeinflussen. Dazu klickt man rechts im Bedienfeld zuerst die gewünschte Farbe an und anschließend kann man die Kurve an einer beliebigen Stelle anfassen und „verbiegen“. Nach dem loslassen der Maus bleibt ein Punkt an der Stelle auf der Kurve, an der Ihr sie angefasst habt.

FSIV Menue Farben korrigieren per Gradationskurve

Farben korrigieren per Gradationskurve

Es können auch mehrere solcher Anfasser gesetzt werden um der Kurve eine individuelle Krümmung zu geben. Solle beim herumprobieren einmal ein Punkt zu viel entstehen, lässt sich dieser mit einem Rechtsklick darauf löschen oder man klickt auf „Zurücksetzen“ und bringt das komplette Diagramm wieder in den Ausgangszustand.

FSIV Menue Farben  korrigieren per Gradationskurve

FSIV Menue Farben korrigieren per Gradationskurve: Vergleiche vorher – nachher

Sehr gut gefällt mir hier auch die vergleichende Darstellung vorher / nachher, die ich hier jedoch nur in einem anderen Foto zeigen kann. Da seht Ihr auch den Hinweis auf die Pipette, mit der man direkt im Bild die Kurven verbiegen kann. Mir hat das Ausprobieren jedenfalls viel Spaß gemacht.
Doch zurück zum Ausgangsbild. Im folgenden Bild seht Ihr mein Ergebnis, das bereits nach ein paar Sekunden erreicht war. Dabei habe ich mich an der Fassade mit den Bogen orientiert und bin streng nach der Dasura-Methode vorgegangen, die sich in solchen Situationen immer gut bewährt hat.

Farbe korrigieren per Gradationskurve

Farbe korrigieren per Gradationskurve nach der DASURA-Methode

Die Dasura-Methode

Wie bitte? Ihr habt von dieser streng wissenschaftlichen und an international renomierten Fotoschulen gelehrten Methode noch nie etwas gehört? Böse Falle – da müsst Ihr dringend noch mal im Handbuch zu Eurer Kamera nachsehen. Da habt Ihr bestimmt etwas übersehen!
Nein, stopp, stopp, stopp … ich mache nur Spaß!
Aber so ganz angeschwindelt habe ich Euch trotzdem nicht, ich gehe tatsächlich öfter so vor. Dabei steht“ Dasura“ für „Das sieht ungefähr richtig aus.“ Die Korrektur, oder besser: die Veränderung der Parameter geschieht hier also ganz “nach Gefühl und Wellenschlag”. Fotografie ist nun mal keine strenge Wissenschaft und mir gefällt das Bild so am besten.
Letztendlich geht es ja hier nicht um die Darstellung für einen Katalog, in dem die Farben absolut korrekt wiedergegeben werden müssen. Wer so etwas vor hat braucht andere Werkzeuge.

Anschließend bin ich doch noch mal in das Menü Schatten und Lichter gegangen, habe die Schatten etwas aufgehellt und den Kontrast leicht verstärkt, dann noch einmal eine moderate Rauschreduzierung angewendet.
Zeit zum nachschärfen des Bildes, RAW-Bilder müssen immer mehr oder weniger nachgeschärft werden. FSIV bietet hier „unscharf maskieren“ an, ein Schärfefilter, den ich dem normalen schärfen gegenüber bevorzuge.

FSIV: Bild schärfen per Unscharf maskieren

Bild schärfen per Unscharf maskieren

Auch hier gilt: weniger ist oft mehr, also lieber nicht zu stark zu Werke gehen. Bei Bildern in voller Größe gehe ich gerne auf einen Radius von 0,8 bis 0,9. Die Stärke hängt vom Motiv ab, genau wie die Einstellung. Manche Programme lassen Werte bis 200% zu, bei FSIV reicht die Skala bis 100.
Schaut Euch die Details in Eurem Bild in der 100% Vorschau an und entscheidet danach, was Ihr dort seht. So werdet Ihr schnell ein Gefühl für die richtigen Einstellungen bekommen.


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Änderung der Bildgröße:

Da ich das Bild zur Ansicht auf einem Computermonitor bzw. zur Veröffentlichung im Internet gemacht habe, brauche ich nicht die volle Größe der Datei. Oben links blendet FSIV die Abmessungen der Datei ein, hier sind es 4608 x 3464 Pixel. Als nächstes muss die Datei also auf eine besser verträgliche Größe runterskaliert werden. Im Menü „Größenänderung“ kann hier eine Individuelle Einstellung gewählt werden, wobei es das Programm Euch überlässt, ob Ihr lieber in Pixeln, Prozent oder mit einer Längeneinheit wie z. B. Zentimeter arbeiten wollt.

Größenänderung individuell

Größenänderung individuell

Hier im Blog verwende ich gerne Bilder mit einer Kantenlänge von 1200 Pixeln an der langen Kante, praktischerweise ist diese Größe im Menü „schnelle Größenänderung“ vorhanden. Ich finde das besonders praktisch, denn das geht irgendwie ….. schneller 🙂

schnelle Größenänderung per Vordefinierter Einstellung

Schnelle Größenänderung per Vordefinierter Einstellung

Nach der Größenänderung habe ich den Rauschfilter noch einmal behutsam eingesetzt, aber das muss man nicht machen, ich wollte es nur mal ausprobieren.
Nach einer Größenänderung sollte man allerdings nochmal leicht nachschärfen, das habe ich hier per „unscharf maskieren“ mit deutlich geringeren Werten getan.

So sieht also jetzt mein Foto aus. Für meinen Geschmack kann sich das durchaus sehen lassen, aber eine Kleinigkeit hat mich doch noch gestört, und so kommt es, das für diejenigen, die bis hierher durchgehalten haben noch ein extra Tipp rausspringt (als Bonus, sozusagen 🙂 ).

 

Eigentlich ist mein Bild fertig, aber ....

Eigentlich ist mein Bild fertig, aber ….

Dadurch, dass ich die Kamera leicht nach hinten kippen musste, um die Kirchtürme nicht oben abzuschneiden, sehen die Gebäude jetzt aus, als wollten sie nach hinten umkippen. Das kennen wir alle, das entspricht auch etwa unserem normalen Seh-Eindruck, wenn wir an einem Hochhaus hinaufsehen. Aber hier im Foto wollte ich doch parallele Gebäudekanten, denn so stark ausgeprägt habe ich das bei meinem Besuch dort nicht empfunden.
Was also tun, um das zu „begradigen“? Doch auf Lightroom zurückgreifen und das mit der Funktion „Upright“ beheben?


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Stürzende Linien wieder gerade ausrichten:

Nö, es geht auch ohne LR oder Photoshop und Handarbeit mit Ebenen verzerren. Die Lösung heißt ShiftN und ist ein kleines, aber feines Progrämmchen von Marcus Hebel, das auf diese Art Fehlerbehebung spezialisiert ist. Dabei ist es kinderleicht zu bedienen und – Ihr habt es bestimmt schon erraten – der Autor stellt es kostenlos zur Verfügung.
Zu ShiftN will ich gar nicht viel schreiben, denn es ist selbsterklärend. Stattdessen zeige ich Euch ein paar Screenshots. Probiert das Programm einfach mit der Kopie eines Bildes aus.

 

ShiftN Startbildschirm

ShiftN Startbildschirm

 

ShiftN Bild geladen, Problem erkannt.

ShiftN Bild geladen, Problem erkannt. ShiftN bei der Arbeit.

 

Kanten senkrecht

Habe fertig: Die Kanten der Häuser stehen wieder senkrecht.

Und so sieht dann mein fertiges Foto hinterher aus. Dass der Mond in diesem Moment so schön durch das Wolkenloch guckte war bei der Aufnahme nicht geplant, und erst hinterher, bei der Bearbeitung des Fotos, ist mir das schöne Dreieck aufgefallen. Da war wirklich keine Pixelschubserei mit Photoshop im Spiel.
Irgendwie erinnerte mich das an das Symbol der Freimaurer.

Fertig bearbeitetes Bild

Fertig!

Das war nur ein grober Überblick über die Möglichkeiten, die dieses Programm bietet und einige Schritte habe ich mehrfach gemacht (rauschen, Schärfen) um zu zeigen, dass man auch mit kostenloser Software gute Ergebnisse erzielen kann, wen man sie richtig anwendet, selbst wenn das Ausgangsmaterial mit ISO 3200 und einem kleineren Sensor – hier mit einer Micro-Four-Thirds Kamera- aufgenommen wurde.
Zum Schluss kommt oft das beschneiden eines Bildes, was ich mir in diesem Fall aber verkniffen habe, mir gefällt das Bild so, wie es ist. Beispielhaft zeige ich das deshalb an einem andern Foto. Sehr schön auch hier, dass sich die Maske für das Beschneiden mit dem Schieberegler stufenlos einstellen lässt, ohne dass man dafür in ein Einstellungsmenü gehen muss.

Bild beschneiden

Bild beschneiden

Und wer sich an dieser Stelle das Programm bereits runtergeladen hat und sich über den Menüpunkt „Zeichenbrett“ wundert und sich fragt, was man damit wohl anstellen kann, dem sei verraten, dass er hier die Chance hat, sich zu einem großartigen Comic-Künstler zu entwickeln 😉

Comic

Der Menüpunkt “Zeichenbrett” ist nicht wirklich was für Produktdesigner, macht aber trotzdem viel Spaß

 


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Zusammenfassung und Downloads:

So, das Wichtigste habe ich erwähnt, und wer jetzt Lust darauf bekommen hat, kann das Programm (die Programme) ja runterladen und weiter erkunden. Meines Erachtens handelt es sich bei FSIV um eine kleine und leicht zu bedienende Software, mit der auch weniger geübte User alle wesentlichen Schritte zur RAW-Konvertierung durchführen können, ohne sich erst zu einem Bildbearbeitungs-Guru weiterbilden zu müssen. Ich hoffe, Ihr habt mit den beiden Programmen genau so viel Spaß wie es bei mir der Fall war.

Habt Ihr schon mit diesem Programm gearbeitet? Wenn Ihr Tips und Kniffe dazu kennt oder wenn Ihr Fragen bzw. Anregungen habt, dann könnt Ihr das gerne unten in den Kommentaren hinterlassen.

Hier noch einmal die beiden Links

zu FSIV FastStone Image Viewer und

zu ShiftN, dem Freund aller Architekturfotografen.

und zum Schluss noch zu einem knapp 11-minütigem Video über das RAW-Format und FSIV, in dem Oliver Utesch auf sympathische und hanseatisch-unaufgeregte Art das Thema erläutert. Sehr informativ!
Falls sich jetzt jemand fragt, was ich unter “hanseatisch-unaufgeregt” verstehe und warum mir die Erwähnung scheinbar wichtig ist, der möge sich bitte zuerst das Video ansehen, sich dann zurücklehnen, die Augen schließen und sich dann vorstellen, wie das hätte aussehen können, wenn Mario Barth dieses Video gemacht hätte 😀

 

 

Damit tschüß und bis bald!


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Autor: admin

Technik-Freak. Erster eigener Fotoapparat mit 17, zwei Jahre später die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven. Mehrere Systemwechsel zum vermeintlich besseren Hersteller. Durch die Mitarbeit in einer Foto-AG Ende der Siebziger Jahre durch die dortigen Kontakte zu einem Journalisten die Möglichkeit zu Veröffentlichungen in Hobby- und Computerzeitschriften. Obwohl nie hauptberuflich als Fotograf oder Journalist tätig, sind die Begeisterung für das Schreiben und die Fotografie bis heute geblieben. Letzteres passiert seit 2004 ausschließlich und irreversibel digital.

2 Kommentare

  1. Danke für den ungewöhnlichen Artikel. Nützlich wie gewöhnlich 🙂 Mach weiter! Übrigens ist diese Alternative eigentlich nicht schlecht, ich werde es versuchen

  2. Pingback: Jetzt wird es kurios: › Dieters Fotoblog