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Licht am Horizont: Verfassungsgericht untermauert die Legalität der Straßenfotografie

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Nach meinem Aufreger der Woche über das Inkrafttreten der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und meine Befürchtungen, was mögliche Folgen betrifft, gab es am Samstag auf faz.net einen Artikel, der geeignet ist, meine Stimmung wieder etwas zu heben.

Nachdem der Fotograf Espen Eichhöfer sich durch die öffentliche Ausstellung einer seiner Straßenfotografien mit einer Unterlassungsforderung und einer Klage auf Schmerzensgeld konfrontiert sah, beschloss er, sich vor Gericht mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne zur Wehr zu setzen.

Zwar wurde sein Verfahren am Bundesverfassungsgericht abgelehnt, aber in der Begründung dieser Ablehnung liegt wohl der Segen, wie auf faz.net zu lesen ist. „Grundsätzlich ist das für diese Kunstform eine gute Nachricht, weil man sich auf diesen Beschluss berufen kann.“, so Eichhöfers Anwalt Sebastian Graalfs.

Somit hat der Fotograf für uns alle zumindest einen wichtigen Teilerfolg erreicht.
In der Begründung heißt es nämlich, „die ungestellte Abbildung von Personen ohne deren vorherige Einwilligung“ sei für die Straßenfotografie „strukturtypisch“.
Und weiter: „Es ist gerade Ziel der Straßenfotografie, die Realität unverfälscht abzubilden, wobei das spezifisch Künstlerische in der bewussten Auswahl des Realitätsausschnitts und der Gestaltung mit fotografischen Mitteln zum Ausdruck kommt.“

Das Foto ist somit als Kunstwerk definiert und wir können uns auf die Kunstfreiheit berufen wenn wir unsere Bilder zeigen. Natürlich gibt es nach wie vor Einschränkungen, etwa bei besonders schweren Verletzungen des Persönlichkeitsrechts.
Ein paar Dinge bleiben dann doch noch zu beachten, was etwa die Präsentation an besonders exponierten Stellen als Blickfang betrifft (siehe Artikel auf faz.net), aber das dürfte nur die wenigsten Hobbyfotografen betreffen.
Eichhöfers Anwalt interpretiert die Begründung des Kammergerichts dahingehend „dass Straßenfotografie eben nicht nur in abgekapselten Räumlichkeiten stattfinden darf, sondern auch außerhalb. Darunter verstehe ich zum Beispiel auch Bücher und Blogs.“

Eine Interpretation, die mich ungeheuer beruhigt 😉

Machen wir also weiter unsere Fotos und beantworten uns vor der Veröffentlichung im Netz immer ehrlich die an uns selbst gerichtete Frage: „Ist das Kunst oder kann das weg?“


 

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