Dieters Fotoblog

Alles rund um das Thema Fotografie

Nächtlicher Blick von der Sparrenburg über Bielefeld
Nächtlicher Blick von der Sparrenburg über Bielefeld

Langzeitbelichtung oder auch Nachtaufnahmen: abends mit der Kamera in der Stadt unterwegs

Nachdem ich seit längerer Zeit nicht mehr zum spontanen fotografieren unterwegs war hatte ich mich für Freitagabend mit Marc verabredet. Einen genauen Plan hatten wir nicht, allgemein stand das Thema „Langzeitbelichtung“ im Raum. Da Marc aus Verl kommt und ich aus Lemgo hatten wir Bielefeld, genauer gesagt die Sparrenburg, als Treffpunkt vereinbart.

Zur vereinabarten Zeit um 18:30 Uhr angekommen ging es auch sofort los. Jetzt, Anfang November, war es bereits dunkel genug und Marc lotste mich auf einen kleinen Weg den ich noch nicht kannte, vermutlich auf einer ehemaligen, die Burg umgebenden Mauer. Jedenfalls hatte man von dort eine einigermaßen gute Sicht in Richtung Stadt und war gegen Abstürzen durch ein Geländer gesichert. Nach ein paar dutzend Schritten waren wir auch schon am Ende angekommen und bauten unsere Stative und Kameras auf. Kaum damit fertig stieß Daniel, ein Bekannter von Marc, noch zu uns.
Wie immer: klick auf’s Bild vergrößert 🙂 :

Blick von der Sparrenburg über Bielefeld

Blick von der Sparrenburg über Bielefeld. Trotz (oder gerade wegen) des diesigen Wetters eine schöne Aussicht.

Während wir die ersten Fotos machten bemerkte ich ein Pärchen, das sich langsam näherte und alle paar Schritte prüfend am Geländer stehen blieb. Beim Näherkommen begriff ich, dass die beiden ihr “Liebesschloss” suchten, welches sie vor einiger Zeit hier am Geländer angebracht hatten. Fündig wurden sie nicht, allerdings haben die beiden sich auch nicht bis ans Ende des Weges getraut, vermutlich wegen unserer Kameras. Sie wollten uns wohl nicht stören.

Liebesschlösser auf der Sparrenburg

Falls ihr beiden später nicht noch einmal zurückgekommen seid, aber rein zufällig das hier lest: wenn Ihr Euer Schloss nicht gefunden haben solltet: bitteschön, hier ist das Bild des letzten Bündels. Hoffentlich ist Eures dabei, ich will schließlich nicht der Schuldige sein wenn‘s zwischen Euch beiden nicht mehr weiter harmoniert 😉

Die Burg selbst zeigte sich irgendwo zwischen unspektakulär bis langweilig. Außer dem Turm, dem Wahrzeichen, war nichts weiter nennenswert beleuchtet, dieser war dafür aber so hell angestrahlt, dass er auf einer Probeaufnahme vollkommen ausgebrannt erschien während der Rest im schwarzen Nichts verschwand. Wir drei waren uns einig, das ist ein Fall für Mehrfachaufnahme/HDR, aber Lust dazu hatte keiner.

Blick von der Sparrenburg

Irgendwo in Heepen muss es einen Jahrmarkt geben

Rundweg um die Burg bei Nacht

Rundweg um die Burg und standesgemäß natürlich mit “Geisterbildern”

Zu Fuß haben wir dann die Burg noch einmal umrundet. Außer dass an manchen Stellen ein ziemlich intensiver, süßlich-schwerer, aber leider vollkommen unfotogener Duft nach gezielt verschweltem Stroh oder Heu, oder wie immer das Zeugs heißen mag, in der Luft lag, war nichts weiter zu entdecken, das unserer Aufmerksamkeit wert gewesen wäre. Weil wir aber weder ein offenes Feuer noch den kleinsten bestehenden Schwelbrand entdecken konnten haben wir den Rückschluss gezogen, dass der oder die Verursacher das Ganze sachkundig zu Ende gebracht hatten und konnten somit von einer Alarmierung offizieller Stellen absehen 😉 .

Mit dem Auto ging es dann runter vom Berg auf einen Parkplatz am Rand der City und von dort zu Fuß auf die Suche nach weiteren fotogenen Stellen. So richtig wollte sich aber nichts finden lassen. Die Locations, die wir im Sinn hatten waren bereits für den Winter vorbereitet und das Wasser aus allen Brunnen und anderen städtisch betriebenen Gelegenheiten zwischen Kunsthalle und Jahnplatz bereits abgelassen. Aber die Gegend schien mir gut geeignet um schöne Hintergründe für Portraits zu liefern, und Daniel erklärte sich bereit, für eine Testaufnahme Modell zu stehen.

Portrait eines jungen Mannes bei Nacht

Auf der Suche nach geeigneten Hintergründen für Portraits. Daniel stand netterweise für ein Testfoto Modell. Entgegen meiner Gewohnheit dieses Mal ganz ohne Blitz, nur mit dem Licht der umgebenden Straßenbeleuchtung. In Hintergrund: Verkehr, Schaufenster und Reklamelichter.

Auf dem Rückweg zum Auto haben wir uns dann noch ein wenig umgeschaut und ich habe dank der beiden noch eine verheißungsvolle Location entdeckt, die ich in den nächsten Wochen noch einmal bei Tageslicht inspizieren will. So hat sich der kleine Walk am Ende doch noch gelohnt.

Der Jahnplatz in Bielefeld bei Nacht

Der Jahnplatz in Bielefeld bei Nacht. Irgendwie lande ich öfter dort 😉

Autor: admin

Technik-Freak. Erster eigener Fotoapparat mit 17, zwei Jahre später die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven. Mehrere Systemwechsel zum vermeintlich besseren Hersteller. Durch die Mitarbeit in einer Foto-AG Ende der Siebziger Jahre durch die dortigen Kontakte zu einem Journalisten die Möglichkeit zu Veröffentlichungen in Hobby- und Computerzeitschriften. Obwohl nie hauptberuflich als Fotograf oder Journalist tätig, sind die Begeisterung für das Schreiben und die Fotografie bis heute geblieben. Letzteres passiert seit 2004 ausschließlich und irreversibel digital.

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