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Kann man einen Farbfilm (C41) im S/W Verfahren entwickeln?

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Ein interessantes Thema, zumal ich ja vor einiger Zeit geschrieben habe, dass der Charme des Analogen mich nicht mehr erreicht. Deshalb wurde dieser Artikel auch nicht von mir verfasst. Statt dessen gibt es einen Gastartikel von meinem Fotobuddy Andreas Siller.

Andreas ist in Sachen Fotografie sehr rege unterwegs, und seit einiger Zeit hat er Gefallen an der analogen Fotografie gefunden. Er fotografiert nicht nur, neben einigem Anderen moderiert er auch als Admin die Facebook-Gruppe Artless Photography. Doch nun überlasse ich ihm das Wort.


Andreas Siller:

Kann man einen Farbfilm (C41) im S/W Verfahren entwickeln?

Eindeutig “JA

Als Vorlage diente ein Kodacolor Farbfilm mit ISO 400 (Alter 8 Jahre) welcher eigentlich im C41 Process hätte entwickelt werden müssen. Zur Entwicklung kam Neofin Rot von Tetenal zum Einsatz, welches noch mit D-Mark Preisen ausgezeichnet ist. Also schon mal mindestens 16 Jahre auf dem Buckel hat.
Wichtig dabei ist, daß der Entwickler noch nicht geflockt hat. Die Entwickler die klar sind können selbst nach langer Überlagerung noch verwendet werden.
Ich persönlich gebe dann zur Entwicklungszeit noch 20% dazu. Passt immer!

Stopperbad? Nix da, brauche ich nicht! Stopperbad kommt bei mir nicht zum Einsatz. Als Fixierer kam der Adox Adofix Plus zum Einsatz.

Da es keine Zeitvorgaben zum Entwickeln von Farbfilmen im S/W Modus gibt, habe ich die Vorgabe für einen T-Max 400 genommen. Also 11 Minuten. Anschließend 6 Minuten wässern und eine fast doppelte Klärzeit (Fixierer) von 20 Minuten mit anschl. wieder 6 Minuten spülen.
Zum Kipprythmus halte ich mich auch an keine Regeln. Die ersten 30 Sekunden und dann jede Minute 5x kippen. Fertig!

Zum Scannen kommt bei mir ein Canon CanoScan 9000F MarkII zum Einsatz.
Meine Einstellungen in diesem Fall: 4800dpi
Scharfzeichnen – ja
Glättung auf hoch
Gegenlichtkorrektur auf hoch


Wichtig ist: immer im erweiterten Modus zu scannen

Was dabei heraus kam überraschte mich. Klar sollte sein, daß der Film Schwarz-Weiß ist.
Logisch!
Das der Film auch keine Schärfe wie ein ISO 50 hat leuchtet auch ein. Aber das Ergebnis ist für die Entwicklung und die veralterten Chemikalien mal gar nicht so schlecht.

Zu sehen ist ein geschmückter Tannenbaum mit darunter liegenden Geschenken. Das Ergebnis ist bemerkenswert gut, da der Film bewusst falsch entwickelt wurde.

Kodacolor Farbfilm mit ISO 400, entwickelt in SW-Entwickler


Soweit also Andreas mit seinem Bericht über das Experiment. Vielen Dank für diesen Einblick.

Ich bin gepannt, was er als nächstes vor hat ;)

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