Dieters Fotoblog

Alles rund um das Thema Fotografie

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Ich trenne mich von Teilen meiner Fotoausrüstung

Man muss auch loslassen können. Meine Entscheidung, die Fotografie nur noch rein digital zu betreiben, habe ich ja schon vor langer Zeit gefällt und mich so nach und nach von meinen Laborgeräten getrennt. Zu allerletzt ging meine geliebte Jobo-Entwicklerdose zu einem neuen Besitzer. Jetzt fühle ich mich bereit für die Eskalationsstufe II

Sozusagen als Absicherung gegen zukünftig aufkommende Zweifel an der Richtigkeit meiner Entscheidung hatte ich, damit ich auch in einigen Jahren noch in der Lage sein werde, die Gründe für diese Entscheidung nachzuvollziehen, meine Argumentationskette hier ja extra aufgeschrieben.
Leicht gefallen ist mir dieser Schritt trotzdem nicht, es war wohl mehr ein Kopf- als ein bauchbegründeter Entschluss.

Nachdem nun einige Zeit vergangen ist ohne spürbare seelische Schäden hinterlassen zu haben (wider Erwarten 😉 ) und ich auch nicht das Gefühl habe, dass mir etwas existentiell Wichtiges abhandengekommen sei, gehe ich nun vorsichtig in die nächsten Phase über und

verkaufe meine geliebte Nikon F-601m mit einigem Zubehör

Am liebsten würde ich alles zusammen als Packet ( 🙄 “in gute Hände abzugeben” 🙂 ) den Besitzer wechseln lassen:

  • 1. Kameragehäuse Nikon F-601m incl. Kameragurt aus Neopren
  • 2. Nikon Blitzgerät SB-23, originalverpackt incl. Lederbeutel
  • 3. Objektiv AF Nikkor 35-70mm 1:3,3-4,5
  • 4. Objektiv AF Nikkor 28-80mm 1:3,3-5,6 G mit Originalverpackung, Front- und Rückdeckel, Instruction-Manual, Garantiekarte
  • 5. Blitzgerät Braun Ultrablitz 32 M
    * Leitzahl 32,
    * mit SCA-Adapter 307A und Verlängerungskabel (ca 60-65 cm), unterstützt alle
    * TTL-Blitz-Funktionen der F-601m wie
    * Blitzen auf den 2. Verschlussvorhang usw., darüber hinaus
    * zwei Computerblenden (für andere Kameras) und
    * manuellen Modus (immer volle Leistung)
  • 6. Bedienungsanleitung zur F-601m (von Nikon Düsseldorf erstellte Kopie, das Original ging leider im Laufe der Zeit verloren)
  • 7. Bedienungsanleitung SB-23 Blitzgerät
  • 8. Bedienungsanleitung zum Blitzen mit der F-601m
  • 9. Das Buch zur Nikon F-601 AF und F-601m von Michael Huber aus dem Laterna Magica-Verlag
  • 10. Und, wie es sich für einen Nikonianer mit Herzblut gehört: natürlich auch der Prospekt zur Nikon F-601 AF (rot) und die Ergänzung für die F-601m (blau)  😆

Alles Gerät befindet sich in einwandfreiem Zustand.
hier geht’s vorab schon mal zu den Bildern

Die Kamera hat bis zu Ihrer Einlagerung einwandfrei funktioniert, Batterien sind jedoch keine mehr vorhanden. Bei ernsthaft bestehendem Interesse bin ich aber bereit, noch mal welche zu besorgen und die Kam durchzutesten.
Die Kamera bietet unter anderem automatische Filmerkennung per DX-Codierung sowie Einspulen und Weitertransport des Films nach jeder Aufnahme. Das Zurückspulen erfolgt nach Knopfdruck ebenso automatisch. Überhaupt: im Vergleich zu meinen vorherigen Nikons bietet das Gehäuse ziemlich viel Komfort.

Auf der Bedienungsanleitung zur Kamera ist die Seriennummer handschriftlich vermerkt. Diese weicht von der im Gehäuseboden der Kamera angegebenen ab. Die Erklärung ist ganz einfach:
Irgendwann hat im normalen Alltagsleben die Kamera einen Stoß abbekommen. Die Folge war ein Riss der Bodenplatte, wodurch sich der Batteriedeckel nicht mehr verschließen lies.
Bei Nikon in Düsseldorf habe ich im Austausch gegen die defekte Bodenplatte auch schnell eine neue bekommen, die neue Seriennummer fein säuberlich dokumentiert und per Rechnung belegbar. Leider war das gelieferte Exemplar aber eines für die F-601 AF. Deren Bodenplatte unterscheidet sich in der Höhe leider um einige wenige Millimeter. Auf Nachfrage erfuhr ich dann, dass es nirgendwo in Deutschland mehr eine passende Bodenplatte für die F-601m gab.
Fündig wurde ich dann bei der Schweizer Niederlassung von Nikon, die mir schnell und unbürokratisch das Teil zusandte. Die Betonung liegt auf unbürokratisch, denn um mir unnötige Zollabgaben zu ersparen, hat der freundliche Mitarbeiter die Bodenplatte ohne Rechnung verschickt. Trotzdem lag das Ding fast 2 Wochen beim Zoll in Frankfurt und wurde auch zu Kontrollzwecken geöffnet, wie mir ein entsprechender Aufkleber verraten hat. (Was hatte der Zöllner wohl nach einem ersten Tastbefund -Inhalt ungefähr rechteckig, 4 cm breit, 15 cm lang und 4 mm dick- für einen Verdacht? Na-na-na, meine Herren, was Sie da vermutet haben, das bestellt man doch nicht in der Schweiz 😉 )

Wie auch immer: ich habe die “falsche” Bodenplatte  dann nach telefonischer Absprache nicht nach Düsseldorf zurückgeschickt sondern behalten. Sie gehört sozusagen zu meiner F-601m dazu, irgendwie.

Mit den beiden Objektiven habe ich bis vor kurzem noch gearbeitet.

Das AF Nikkor 35-70mm 1:3,3-4,5 zuletzt an meiner dahingeschiedenen D80 bei Macroaufnahmen (hier in action zu sehen)

Dieses ist auch das Objektiv, das auf dem Prospekt zu sehen ist. Es bietet noch einen schönen griffigen Ring zur manuellen Entfernungseinstellung, kann aber auch an allen Nikon Gehäusen mit AF betrieben werden, sofern diese den „Stangen-Autofokus“ unterstützen, an den manuellen Gehäusen sowieso.

Das AF Nikkor 28-80mm 1:3,3-5,6 G  gehört eigentlich schon in die jüngere Generation, wie an der Bezeichnung „G“ zu erkennen ist: die so gekennzeichneten Objektive verfügen nicht mehr über einen Einstellring zur Einstellung der Blende, diese wird von Kameragehäuse aus gesteuert. Obwohl es sich um ein AF-Nikkor mit eigenem, schnellem AF-Motor handelt, funktioniert der Autofokus nicht an der F-601: es fehlt der Stangen-Antrieb. Alternativ kann die Linse am vorderen Ring manuell fokussiert werden.
In diesem Brennweitenbereich bin ich jedoch gut ausgerüstet und dem potentiellen Käufer kann sie vielleicht noch viel Freude bereiten, weswegen ich sie in das Packet mit aufgenommen habe.
Wer also Lust verspürt die analoge Fotografie mit Film wieder aufleben zu lassen oder überhaupt einmal kennen zu lernen (und das sind nach meiner Einschätzung zurzeit nicht gerade wenige), der hat hier ein schönes und zuverlässiges Einsteiger-Set, das jedenfalls mehr Komfort bietet als die Uralten Kameras der sechziger Jahre.

Die beiden Blitzgeräte:
Der Braun Ultrablitz 32 M war damals ein ganz heißes Gerät und kann alles, was man mit den Analogen Kameras per TTL-Blitz anstellen kann, dem SCA-Adapter sein Dank:

  • Aufhellblitzen mit manueller Blitzbelichtungskorrektur
  •  automatisch ausgewogenes Aufhellblitzen
  •  Blitzen mit langen Belichtungszeiten
  • Synchronisation auf den zweiten Verschlussvorhang,
  • Aufhellblitzen bei Matrix-, mittenbetonter oder Spotmessung und weitere Kunststückchen

Zum indirekten Blitzen über die Zimmerdecke (bouncen) kann der Reflektor nach oben geschwenkt werden und dank des Kabels lässt er sich bis zu 60 oder 65 cm von der Kamera wegbewegen. Irgendwo habe ich auch noch einen Handgriff mit dessen Hilfe Blitz und Kamera zu einer Einheit zusammenmontiert werden können. Eine schöne Kombination. Angeschafft hatte ich diesen Blitz zwar vor der F601, aber erst mit dieser zusammen konnte er seine volle Stärke ausspielen. Und er hat immer zuverlässig funktioniert.

Der SB-23
Ist ein kleiner Aufsteck-Blitz für sorgloses TTL-Blitzen: einfach in den Zubehörschuh einschieben, einschalten und los geht’s. Korrekturen werden über die Kamera vorgenommen. Die Leistung reicht mit LZ 20 draußen zur Schattenaufhellung bei Portraits bzw. Brustbildern aus, im Innenbereich bei normal großen Räumen kann er auch als normaler Blitz eingesetzt werden. Einstellen lässt sich nix, er ist halt ein Aufhellblitz und wollte auch nie mehr sein 😉
Mir diente er als kleiner „immer dabei“ Aufhell-Blitz für die Jackentasche, da die F-601m wegen der Spotmessung neben dem Autofokus auch auf einen Aufklappblitz verzichten musste.

Kurz zum Buch: (“kurz” 😆 )
es bietet eine umfassende Einführung in die Bedienung der Kamera und informiert über die technischen Besonderheiten.
Die Unterschiede der Belichtungsmethoden Matrix-, Integral- und Spotmessung werden erläutert und wie sie am besten genutzt werden. Die F-601m verfügte über die Möglichkeit der Spotmessung, musste dafür aber auf den Autofokus verzichten, bei der F-601 AF war’s genau anders herum. Offensichtlich konnte (oder wollte) Nikon damals nicht beides in einem Gehäuse verbauen.
Ebenso geht der Autor auf die unterschiedlichen Belichtungsautomatiken P-S-A-M ein und widmet dem Blitzen mit der Kamera ein eigenes Kapitel. Das Buch ist sehr lehrreich, unterhaltsam geschrieben und mit vielen Fotos, Diagrammen, Tabellen und Grafiken versehen.

Wer also noch Newbie in der Szene ist oder zwar schon eine DSLR von Nikon hat, Bedienungsanleitungen aber eher für masochistisches Beiwerk hält (ich habe großes Verständnis für diese Haltung), der kann hier sozusagen auf historischen Pfaden wandelnd sich die Grundlagen dessen aneignen, was die heutigen DSLRs als Standard mitbringen. Damals war es eben neu und aufregend aka „der heißeste Scheiß“, der für Geld zu bekommen war.

Da ich mir so Mitte der 1990er definitiv nicht vorstellen konnte, die Kamera oder das Buch dazu jemals wieder zu verkaufen, habe ich mir im Kapitel „Zubehör“ einige Notizen darin gemacht, die den Lesefluss aber nicht stören. Dafür bekommt man einen Eindruck davon, was die Objektive damals gekostet haben, die man heute für teilweise relativ kleines Geld gebraucht erwerben kann. Zeitgenössische Dokumentation, sozusagen. 😉

Was will ich dafür noch haben?
Wenn ich mich grob an den ebay-Preisen orientiere, komme ich auf € 200.- bis 250, hierbei sind die Angebote, in denen Mondpreise aufgerufen werden natürlich nicht berücksichtigt. Das halte ich für die Einzelteile für angemessene Preise, da ich aber Platz brauche und die Sachen nicht sinnlos rumliegen sollen, gebe ich

alles zusammen wie oben beschrieben und unten gezeigt für 150 € ab.

Den oben erwähnten Handgriff werde ich noch mit ins Packet legen, aber bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Fotos gemacht wurden, hatten meine Archäologen die Ausgrabungen noch nicht fertig gestellt.

Vielleicht ist ja jemand von Euch auf den Geschmack gekommen und hat seine Liebe zur Film-Fotografie wiederentdeckt?
Vielleicht möchte jemand die Fotografie auf Film überhaupt erst einmal für sich entdecken und ausprobieren?

Wie auch immer: wer ernsthaftes Interesse an meinem Angebot hat kann mich  gerne über die

  • Kommentare (müssen von mir erst freigeschaltet werden, ehe sie öffentlich sichtbar werden, es muss aber nichts freigeschaltet werden 😉 ),
  • per email oder
  • telefonisch kontaktieren.

Das gilt auch für eventuell noch offene Fragen, aber die Bilder sollten die Meisten schon beantworten können.

In diesen Sinne: viel Spaß mit den Fotos und bleibt mir gewogen 🙂

Bilderstrecke

Fotos: Wie immer: Für ein größeres Bild einfach drauf klicken
Bild 1

Dieses Packet steht zm Verkauf. Hier im Bild nicht zu sehen: das 1:3,3-4,5  35-70mm

Dieses Packet steht zm Verkauf. Hier im Bild nicht zu sehen: das AF Nikkor 35-70mm  1:3,3-4,5 sowie der Handgriff, dafür aber der Lederbeutel für das SB-23 (ganz links)

Bild 2

Nikon F-601m, hier mit dem AF Nikkor 28-80mm 1:3,3-5,6 G

Nikon F-601m, hier mit dem AF Nikkor 28-80mm 1:3,3-5,6 G. Dieses Objektiv kommt in der Originalverpackung.

Bild 3

Nikon SB-23. Ein kleiner Aufhellblitz. Kommt in OVP incl. kleiner Ledertasche.

Nikon SB-23. Ein kleiner Aufhellblitz. Kommt in OVP incl. kleiner Ledertasche.

Bild 4

Blitzgerät Braun Ultrablitz 32 M, Leitzahl 32, mit SCA-Adapter 307A und Verlängerungskabel (ca 60-65 cm)

Blitzgerät Braun Ultrablitz 32 M, Leitzahl 32,
mit SCA-Adapter 307A und Verlängerungskabel (ca 60-65 cm)

Bild 5

Die Bedienungsanleitungen:  F-601m, SB-23 und ein Handbuch über das Blitzen mit der F-601m

Die Bedienungsanleitungen: F-601m (leider nur als Kopie, wurde mir aber von Nikon freundlicherweise so nachgeliefert), SB-23 und ein Handbuch über das Blitzen mit der F-601m

Bild 6

Sekundärliteratur. Lesen bildet ;)

Sekundärliteratur.
Lesen bildet 😉

Bild 7

Prospekt zur Nikon F-601 AF

Prospekt zur Nikon F-601 AF

Bild 8

Der Prospekt zur Nikon F-601m. Etwas dünner, aber das ist ja auch nur eine Ergänzung.

Der Prospekt zur Nikon F-601m. Etwas dünner, aber das ist ja auch nur eine Ergänzung. Genau die abgebildete Kombi aus Kameragehäuse und Objektiv, die ich hier verkaufe.

Bild 9

 

Die Nikon F-601m mit dem beschriebenenAF Nikkor 35-70mm 1:3,3-4,5. Diese Linse fehlt zwar auf dem Überblickfoto, gehört aber zum Packet.

Die Nikon F-601m mit dem beschriebenen AF Nikkor 35-70mm 1:3,3-4,5.
Diese Linse fehlt zwar auf dem Überblickfoto, gehört aber zum Packet.

Bild 10

 

Die Nikon F-601m von oben. Bestens in Schuss.

Die Nikon F-601m mit dem AF Nikkor 35-70mm 1:3,3-4,5 von oben.
Bestens in Schuss.

 

Genug gesehen? Ok, dann geht’s hier wieder zurück zur Liste 🙂


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Autor: admin

Technik-Freak. Erster eigener Fotoapparat mit 17, zwei Jahre später die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven. Mehrere Systemwechsel zum vermeintlich besseren Hersteller. Durch die Mitarbeit in einer Foto-AG Ende der Siebziger Jahre durch die dortigen Kontakte zu einem Journalisten die Möglichkeit zu Veröffentlichungen in Hobby- und Computerzeitschriften. Obwohl nie hauptberuflich als Fotograf oder Journalist tätig, sind die Begeisterung für das Schreiben und die Fotografie bis heute geblieben. Letzteres passiert seit 2004 ausschließlich und irreversibel digital.

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