Dieters Fotoblog

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Portrait eines Mannes vor einem mit einem Muster angeblitzen Wand.

Ein kleiner low-cost-DIY-Blitzvorsatz als Ergänzung des Lichtsetups

Nach einer längeren Sommerpause möchte ich Euch heute einen kleinen low-cost Lichtformer vorstellen, der als Zubehörteil schnell im DIY – Verfahren herzustellen ist und sich gut dafür eignet, einem langweiligen Hintergrund etwas mehr Pepp zu verpassen.

Hallo zusammen, es freut mich Euch hier wieder zu treffen!

In wieweit das ganze Setup noch low-cost ist muss jeder für sich selbst entscheiden, da im gezeigten Beispiel zwei Aufsteckblitzgeräte, jeweils mit Softbox und Stativ sowie ein Aufsteckblitz auf einem Stativ als Haarlicht zum Einsatz kamen.
Allerdings habe ich auch ein Beispielbild, das nur mit einem einzigen Blitzdings, nämlich dem modifizierten, gemacht wurde.

Wer nicht über ein Blitzgerät verfügt, kann in einem etwas abgedunkelten Raum die absolute low-cost Variante einsetzen, für die man lediglich den DIY-Lichtformer-Vorsatz und eine starke LED-Taschenlampe benötigt. Empfehlenswert ist eine TL mit zoombarem Reflektorkopf, die mit einem 3,7 Volt Akku vom Typ 18650 arbeitet. Ich habe meine Exemplare beim großen „A“ für einen Stückpreis von 13,- Euro bekommen und bin seit mehr als drei Jahren sehr zufrieden damit.

Aber jetzt zum eigentlichen „Star“ meines Setups.

Wenn Ihr das nachbauen wollt kommt allerdings ein hartes Stück Arbeit auf Euch zu, denn nach dem Akt des Beschaffens muss der Inhalt (wir brauchen nur die Verpackung, und hier auch nur einen Teil davon) sachgerecht entsorgt werden.
Tja – so leid es mir tut, aber da müsst Ihr jetzt durch.
(Für den Fall, dass die Entsorgung Euch Probleme bereiten sollte, bin ich gerne bereit, auszuhelfen. Genügend Fachwissen und Erfahrung habe ich mir im Laufe meines Lebens angeeignet.)

Also: Zuerst besorgt Ihr Euch aus dem Supermarkt Eures Vertrauens eine dieser Schoko-Pralinen Packungen in einer durchsichtigen Kunststoff-Box. Das sind die Kunststoffboxen, die meist drei verschiedene Sorten Pralinen beinhalten.
Achtet bei der Kunststoffbox darauf, dass diese nicht den glatten Deckel hat sonder diesen mit diesen kleinen, etwa 35mm mal 35mm großen und nur knapp einen Millimeter hohen Prismen oder auch „Pyramiden“.
Im Foto könnt Ihr erkennen wie der Deckel aussieht. Meine Box ist etwa 22cm mal 22cm groß.

Jetzt kommt der harte Teil: die Pralinen müssen raus. Naja, da wir nur den Deckel brauchen, kann das auch nachher erledigt werden, aber gemacht werden sollte es.
Ihr schafft das schon, da vertraue ich Euch voll und ganz  😉 

Der Kunststoff-Deckel in seiner Pappe.

Der Kunststoff-Deckel in seiner Pappe. Mit ein paar preiswerten Klammern aus dem Bastelgeschäft bzw. Baumarkt lässt sich die Blende schnell anbringen und wieder lösen. Wegen seiner flachen Bauform ist die Papp-Blende auch leicht zu verstauen.

Im Prinzip genügt es, wenn Ihr alles Papier, das als Aufkleber oder Einlage im und am Deckel ist, entfernt und dann durch diesen Deckel hindurch blitzt.
Um unkontrolliert umher geisterndes Streulicht zu vermeiden (in kleineren Räumen wichtig), habe ich mit dem Cuttermesser in ein großes Stück Pappe ein entsprechendes Quadrat geschnitten und meinen Deckel mit schwarzem Gaffa-Tape dort hinein geklebt.

Diese Pappe befestige ich mit ein paar preiswerten Klammern aus dem Baumarkt an Stelle des vorderen Diffusionstuches an einer 60×60-Softbox (innerer Diffusor wird ebenfalls entfernt).
Das war’s auch schon.

Mit einem Muster angeblitze Wand.

So sieht das auf die Wand projizierte Muster aus. Hier noch ohne Farbfolie vor dem Blitzgerät. Am äußerst rechten Bildrand erkennt Ihr gerade noch die Softbox mit der Pappe, links die SoBo, die später mein Modell beleuchtet.

Die Waben (oder Pyramiden) des Deckels erzeugen ein relativ gleichmäßiges Muster auf dem angeblitzten oder angeleuchteten Hintergrund bzw. Gegenstand. Die Form und Größe des Musters können leicht beeinflusst werden und sind abhängig vom

      • Abstand der Lichtquelle zum Deckel,
      • der Zoomstufe des Blitzes (oder der Taschenlampe),
      • von der Form der angestrahlten Oberfläche und
      • geringfügig auch vom Winkel, in dem durch den Deckel hindurch geleuchtet wird.

Wer dem Ganzen noch ein Sahnehäubchen aufsetzen will, der befestigt farbige Folien vor dem Blitzreflektor um das Hintergrund-Muster farblich abzusetzen. In meinem Beispiel war das eine blaue (Lee 202, HALF C.T.BLUE).

Da wir unsere Fotos in einer relativ große Halle gemacht haben, in die nicht all zu viel Licht eindrang (vergleichbar mit einem Wohnzimmer an einem trüben Tag), war auch nicht allzu viel Blitzleistung nötig. Der Schwarzschuss ohne Blitz ergab bei f/2,8 und 1/250 Sekunde ein perfekt dunkles Bild.

 

Portrait eines Mannes vor einem mit einem Muster angeblitzen Wand.

Hier sorgt das auf die Mauer im Hintergrund geblitzte Muster für etwas mehr Abwechslung.

Ich wollte lediglich den Hintergrund etwas aufpeppen, und um mein Bildfeld auszuleuchten stand das Lichtstativ etwa drei bis vier Meter vor der Wand. Somit genügte für den Blitz 1/32 Leistung.

Aber Vorsicht, wenn Ihr die Folien direkt auf die Fresnell-Scheibe des Blitzes legt und diese dann mit der eingebauten Weitwinkel Streuscheibe fest klemmt: schon ein einziger Blitz bei voller Leistung kann dazu führen, dass die Folien sich auf Grund der Wärmeeinwirkung verziehen und Blasen werfen oder gar schmelzen. Also besser einen Millimeter Luft zwischen Folie und Glas lassen.
Hier ist weniger sowieso besser als mehr, denn mit mehr Power auf dem Blitz verblasst die Farbe im Bild recht schnell. Wenn Ihr also gesättigte Farben haben wollt, dann stellt die Blitzleistung lieber niedriger ein.

Auch wenn man nur einen einzigen Blitz zur Verfügung hat lässt sich so ein Prismenvorsatz trotzdem verwenden. Mit etwas Geduld sollte es Euch gelingen, das Gesicht Eures Modells so zu platzieren, dass genügend Licht auf die das Gesicht fällt.

Portrait eines Mannes vor einem mit einem Muster angeblitzen Wand.

Ein one-light-setup. In diesem Bild wurde nur der Blitz mit dem Wabendeckel ausgelöst.

 

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei meinem Foto-Buddy Conny für seine Erlaubnis zur Veröffentlichung bedanken! Diejenigen unter Euch, die ab und zu mal in meinen meinen instagram account hinein schauen, haben ihn ja schon kennen gelernt.

Und jetzt wünsche ich Euch viel Spaß beim nachbauen oder selber machen!
Denkt daran: Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Leuchtet durch alles hindurch, was Euch in die Finger kommt und probiert aus, ob es irgendwie brauchbar ist. Das macht nicht nur einen Riesenspaß, manchmal führt das auch zu überraschenden Ergebnissen 😉

Damit tschüß und bis bald!

Portrait eines Mannes vor einem mit einem Muster angeblitzen Wand.

Recht hat er, mein Kumpel Conny! Bei einem so ansprechenden Ergebnis kann man sich durchaus zufrieden zurück lehnen 😉

Autor: admin

Technik-Freak. Erster eigener Fotoapparat mit 17, zwei Jahre später die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven. Mehrere Systemwechsel zum vermeintlich besseren Hersteller. Durch die Mitarbeit in einer Foto-AG Ende der Siebziger Jahre durch die dortigen Kontakte zu einem Journalisten die Möglichkeit zu Veröffentlichungen in Hobby- und Computerzeitschriften. Obwohl nie hauptberuflich als Fotograf oder Journalist tätig, sind die Begeisterung für das Schreiben und die Fotografie bis heute geblieben. Letzteres passiert seit 2004 ausschließlich und irreversibel digital.

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