Dieters Fotoblog

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18 cm Standardreflektor mit System- bzw. Aufsteckblitz. Ermöglicht wird das durch die S-Bracket-Halterung, die einen Anschluss an das weit verbreitete Bowens S-Bajonett bietet.
18 cm Standardreflektor mit System- bzw. Aufsteckblitz. Ermöglicht wird das durch die S-Bracket-Halterung, die einen Anschluss an das weit verbreitete Bowens S-Bajonett bietet.

Die S-Bracket-Halterung für Systemblitze, ein 180mm Aluminium Standard-Reflektor incl. Wabengitter mit Bowens-Bajonett und ein Snoot: taugt das was?

Nachdem ich nun schon einige Jahre mit meinen Yongnuo-Blitzen unterwegs bin kamen im Laufe der Zeit natürlich auch mehrere Lichtformer hinzu, immer mit dem Ziel „mehr Fläche“, um das Licht weicher zu gestalten. Jetzt war es an der Zeit in die andere Richtung zu gehen, es wird selektiv.

Die verschiedenen Schirmneiger und deren Vor- und Nachteile hatte ich ja in diesem Beitrag schon vorgestellt. Worüber ich aber nie ein Wort verloren habe sind die Softboxen, die in der Zwischenzeit zu meinen meistgenutzten Lichtformern gehören. Zum Einsatz kamen bisher meist die preiswerten 60cm x 60cm aus Fernost, denn die sind zusammengefaltet recht klein und somit leicht zu transportieren und gehen im Gegensatz zu Schirmen auch nicht gleich kaputt, wenn der Wind sie mal umwirft. (Hier beim Testen ansatzweise ins Bild geraten).

Allerdings hat mich an den Dingern doch eine Sache immer gestört: der zu kleine Neigungswinkel der mitgelieferten L-mount-Halterung. Zwar weist die Pfanne für den Kugelkopf an einer Stelle eine Nut auf in die der Stiel der Kugel hineingleiten kann, aber so richtig nutzen kann man das nicht, weil die Schiene, die den Montagering für die Softbox trägt, nach unten zu lang ist und dadurch nur eine Verstellung von wenigen Grad erlaubt. Zwar kann man sich hier mit einem zusätzlichen Schirmneiger behelfen, aber dann wird das Ganze ziemlich instabil und so richtig elegant ist diese Lösung auch nicht.

Die S-Bracket – Halterung

verfügt über diesen gewünschten Freiheitsgrad und bietet den lang ersehnten Anschluss an die Welt der Studio-Lichtformer mit Bowens-Bajonett für alle Fotografen, die mit sogenannten Speedlights / Speedlites / System- bzw. Aufsteckblitzen oder wie sie auch immer genannt werden, unterwegs sind.
Wie immer: Klick auf’s Bild macht größer

Eine S-Bracket-Halterung mit Bowens-Bajonettanschluss auf einem Leuchtenstativ.

Eine S-Bracket-Halterung mit Bowens-Bajonettanschluss ermöglicht die Nutzung von System- bzw. Aufsteckblitzgeräten.

Als ich vor einiger Zeit bei einem befreundeten Fotografen eine dieser S-Bracket – Halterungen (auch liebevoll „Nussknacker-Halterung“ genannt) sah, habe ich gleich auch welche besorgt. Die Dinger sind wirklich prima:

  • auch ohne dass man die Klemmschraube zu sehr fest zieht halten sie das Blitzgerät sicher an Ort und Stelle (auch bei einem Sturz!),
  • sie können die alten Softboxen aufnehmen und
  • durch den Anschluss über das Bowens-Bajonett hat man eine riesige Auswahl an passenden Lichtformern.

Wenn Ihr gerade über die Anschaffung Eurer ersten Softbox nachdenkt und Euch das Thema interessiert, dann lasst es mich wissen, ich werde dann die beiden Systeme in einem eigenen Artikel mit den Vor- und Nachteilen gegenüberstellen.
Nachdem meine Auswahl an Softboxen mittlerweile groß genug ist (na ja, fast, denn irgendetwas werde ich sicher noch finden was ich noch gebrauchen kann 😉 ) wollte ich jetzt etwas haben, womit ich den Lichtkegel einengen und gezielte Akzente setzen kann.
Gesucht habe ich also einen Standard-Reflektor mit besagtem Bowens-Mount zur Aufnahme verschiedener Grids, da ich inzwischen viel und gerne mit dem S-Bracket-System in Kombination mit den Aufsteckblitzen arbeite. Fündig wurde ich dann in der E-Bucht und habe einen 18-cm Standard-Reflektor incl. 60° Wabe für sage und schreibe 17,99 Euro ergattert. Vom selben Hersteller habe ich einen Snoot für 13,99 Euro gleich mitbestellt.

Der Reflektor

ist aus Aluminium gefertigt und im Großen und Ganzen von ordentlicher Qualität. Die äußere, schwarze Lackierung bzw. Pulverbeschichtung ist ok und die silberne Innenbeschichtung mit Hammerschlag-Struktur sorgt für eine gleichmäßige Verteilung und gute Lichtausbeute, wenn der Reflektor mit meinem Bare-Bulb-Blitz zum Einsatz kommt.

Bare-Bulb Blitz mit Normalreflektor

Bare-Bulb Blitz mit Normalreflektor

Material und Wandstärke lassen eine lange Lebensdauer erwarten. Die Wabe lässt sich leicht in den Reflektor einschieben und wird von der kleinen Federzunge am Umfang sicher gehalten. Vorausgesetzt man hat beim Zusammensetzen aufgepasst und sie richtig herum eingesteckt, lässt sie sich mit Hilfe der kleinen Fahne, auf die der Leuchtwinkel aufgedruckt ist, auch leicht wieder abnehmen.

Fehler beim Aufpressen des Warzenringes

Allerdings ist, wie Ihr hier sehen könnt, die Bohrung, oder besser gesagt: das Langloch im Reflektor, durch das eigentlich die Stange eines Schirmes hindurchgesteckt werden soll um dann am S-Bracket befestigt zu werden, an der falschen Stelle. Egal in welcher der drei möglichen Stellungen ich das Bajonett anschließe – die Öffnung ist nicht mit der vorgegebenen Aufnahme am S-Bracket zur Deckung zu bringen. Bei genauem Hinsehen kann man erkennen, dass der Reflektor eigentlich aus zwei Teilen besteht: einmal aus dem Reflektor selbst und einem Ring, der die drei Warzen für den Bajonettanschluss trägt. Vermutlich wurde beim Aufpressen des Ringes auf den Reflektor nicht auf die richtige Winkelstellung geachtet.

Hier gut zu sehen: die drei Warzen, die in die Nuten des Bajonettanschlusses eingreifen. Das Loch müsste mit einer dieser Warzen übereinstimmen.

Hier gut zu sehen: die drei Warzen, die in die Nuten des Bajonettanschlusses eingreifen. Das Loch müsste mit einer dieser Warzen übereinstimmen.

Mich persönlich stört das bis jetzt nicht, da das Ding nur mit Aufsteckblitzen und besagter Wabe zum Einsatz kommt. Die Kombination Aufsteckblitz + Standardreflektor + Schirm ergibt meiner Meinung nach keinen Sinn, da Schirme, egal ob Durchlicht oder reflektierend, das Licht sowieso immer sehr breit streuen. Und wenn man verhindern will, dass der Blitz über die Ränder des Schirmes hinaus leuchtet ist es besser, den richtigen Abstand vom Blitz zum Schirm einzustellen als solch einen Reflektor zu benutzen. Wohl gemerkt: Diese Aussage gilt für Aufsteckblitze!

Wer aber mit Barebulb – oder Studioblitzen arbeitet sollte auf die richtige Position der Durchstecköffnung achten (im Gegensatz zu einer Softbox ist der Reflektor nach Befestigung am Bajonett nicht drehbar, da er nicht über einen Speedring verfügt).
Ebenfalls für mich nicht weiter von Belang ist die kleine Beschädigung des Wabengitters.

Die Wabe, gut zu erkennen die Störung in der Struktur.

Die Wabe, gut zu erkennen die Störung in der Struktur. Zum Glück ist davon im praktischen Einsatz nichts zu sehen.

Auf Lichtkegel und Stabilität des Bauteils hat das keinerlei Einfluss, sieht aber unschön aus. Vermutlich wurde hier die beim Einfassen die Wabenstruktur etwas zu stark mit dem stabil wirkenden Rand zusammengepresst. Aber so erhält die Wabe den touch des „gebrauchten“.
Wie gesagt, für mich persönlich sind beide Punkte keine wirklichen Nachteile, denn die Funktion, die ich erwarte, ist gegeben und das Preis-Leistungsverhältnis mehr als angemessen, schließlich kann man auch über 60 Euro für einen solchen Reflektor ausgeben. Lediglich Fotografen mit einer Studioblitz-Anlage sollten vor dem Kauf auf die Position der Durchlass-Öffnung für den Schirm achten.

Der Snoot,

ebenfalls aus Alu, gibt keinerlei Anlass zur Kritik. Die abnehmbare Mündungskappe hat eine Lichtaustrittsöffnung mit 5 cm Durchmesser und nimmt die mitgelieferte kleine Wabe auf. Diese Wabe kann man ebenfalls aus ihrer Umhüllung nehmen. Im Gegensatz zu ihrer großen Schwester verfügt sie aber nicht über eine eigene Fassung, deshalb sollte man davon tunlichst absehen, da hier schnell die Gefahr einer Beschädigung der filigranen Struktur besteht.

Snoot mit Wabe und Systemblitz

Snoot mit Wabe und Systemblitz

Da das kreisrunde Stück aus einer größeren Platte herausgeschnitten wurde haben die Kanten noch etwas Grat bzw. es ergeben sich (bedingt durch die Material “-stärke“) scharfe Kanten. Verletzungsgefahr für die Finger sehe ich jetzt hier nicht, eher das beschriebene Risiko der Beschädigung der Gitter. Sitzt die Wabe in ihrem Ring, können hier auch Farbfilterfolien eingelegt werden. Vier solcher Folien in den Farben rot, grün blau und gelb hat der Hersteller mitgeliefert. Zusätzlich gab es noch eine dickere, durchsichtigen Folie, die steifer ist und als Halter für die dünnen Farbfolien oder als Schablone zum Ausschneiden eigener Filter dient.

Der Snoot mit abgenommener Wabe und Filterfolien

Der Snoot mit abgenommener Wabe und Filterfolien. Der Lichtreflex an der Innenseite stammt von einer innen liegenden kleinen LED-Taschenlampe.

Mein Fazit

Zwei Lichtformer für zusammen gerechnet gerade mal 32 Euro, die bei halbwegs vernünftiger Behandlung ein Leben lang halten werden, das nenne ich einen guten Deal.
Dass der Reflektor an der „falschen“ Stelle gelocht ist war an Hand der Produktfotos zu erkennen, da ich dieses Feature aber nicht brauche hat es mich nicht interessiert.
Alles in allem also ein echtes Schnäppchen.
Dafür kann ich den Blitz jetzt in einem eng gebündelten Strahl auf den Hintergrund werfen, durch den Lichtabfall wie einen Schwall Wasser auslaufen lassen und so herrliche Lichtverläufe erzeugen. Ich freue mich schon auf das nächste Portraitshooting, bei dem ich das Ding als Haarlicht einsetzen will.

Lichtverlauf im Hintergrund mit dem Snoot und blauer Folie erzeugt

Herrlich, wenn man das Licht so schon an der Wand herabtroppfen lassen kann 🙂

Lichtverläufe auf dem Hintergrund erzeugen, und zwar ganz ohne Freistellarbeit in Photoshop, Akzentlichter auf dem Motiv setzen, experimentieren mit verschiedenen Ein- und Aufsätzen… ich bin mir sicher, dass ich mit diesen beiden Dingern noch eine Menge Spaß haben werde 🙂


 

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Autor: admin

Technik-Freak. Erster eigener Fotoapparat mit 17, zwei Jahre später die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven. Mehrere Systemwechsel zum vermeintlich besseren Hersteller. Durch die Mitarbeit in einer Foto-AG Ende der Siebziger Jahre durch die dortigen Kontakte zu einem Journalisten die Möglichkeit zu Veröffentlichungen in Hobby- und Computerzeitschriften. Obwohl nie hauptberuflich als Fotograf oder Journalist tätig, sind die Begeisterung für das Schreiben und die Fotografie bis heute geblieben. Letzteres passiert seit 2004 ausschließlich und irreversibel digital.

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