Dieters Fotoblog

Alles rund um das Thema Fotografie

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'
"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

“Detmolder Bildstörung“

Unter diesem Titel stand 1991 das erste Straßentheaterfest in Detmold. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich aus diesem ersten Straßentheaterprojekt ein Festival mit weitreichendem Ruf entwickelt. Damals wie heute fordern die Straßentheaterensembles neue Sichtweisen und ungewohnte Perspektiven heraus, deshalb ist auch in diesem Jahr wieder dem Europäischen Straßentheaterfestival der alte Name vorausgestellt. Nicht nur in Detmold fieberten Theaterbegeisterte auf diese ganz besonderen vier Tage hin, wenn sich alle zwei Jahre am Pfingstwochenende die Detmolder Innenstadt in eine große Freiluftbühne verwandelt.

Vom 6. bis zum 9. Juni gab es das besondere Erlebnis, alte Blickwinkel zu verrücken und mit Tanz, Theater, Musik und digitaler Kunst Außerordentliches zu entdecken und zu genießen.

Bei 80 Aufführungen, darunter 9 Deutschlandpremieren und eine Weltpremiere, bot sich die Gelegenheit Theaterkunst hautnah zu erleben. Plätze, Gebäude, Straßen wurden zum Spielort – mitten in der Innenstadt, mitten zwischen den Zuschauerinnen und Zuschauern.

Die Detmolder Straßen waren von einer ganz besonderen Atmosphäre bestimmt, und für Besucher aus der Region Ostwestfalen ein Anziehungspunkt. Ob beim chillen im Schloßpark oder einem gemächlichen Rundgang um die Innenstadt, es gab vieles zu entdecken und zu bewundern. Glaubte ich am Anfang meines Besuches im Schloßpark noch, bei dem Denkmal hätte ein Schelm sich ausgetobt, stellt ich im Laufe des Rundganges fest, dass die Tonziegel überall verteilt waren und offensichtlich zum Programm gehörten.

Die französische Compagnie Le G. Bistaki prägte die Stadt mit Eindrücken einer zeitgenössischen und rudimentären Welt des Tanzes. Dabei waren Dachziegel und Handtaschen Requisiten zur Verzierung des Kostüms oder Elemente der Bühnenausstattung.

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Chillen im Schloßpark 1
Chillen im Schloßpark

Chillen im Schloßpark 1

Chillen im Schloßpark

Denkmal mit Handtasche als Mütze

Irgendwie hatt ich mit dem Gedanken an Schelme wohl doch recht 😉

Compagnie Le G. Bistaki auf der Treppe des Detmolder Rathauses

Compagnie Le G. Bistaki auf der Treppe des Detmolder Rathauses

Kust mit Tonziegeln

Überall in der Stadt gab es Kust mit Tonziegeln zu bewundern

“Kalipofoon“ hiess das neueste Programm von ‘Radio Barkas’ und ist ist vor allen Dingen Rock’n’Roll, Jive, Rhythm & Blues. Tristan Kruithof und Jacco Mittendorf legten auf Vintage-Grammophonen exotische Juwelen von Rumba Boogie, Mambo Rockers, Cumbia und Calypso Honkers zum Chillen und Tanzen im Schlosspark auf.

Radio Barkas mit ihrem Kalipofoon

Radio Barkas mit ihrem Kalipofoon

Am Pfingstsonntag abend gab es im Rahmen der Veranstaltung neben vielem anderen auch die “Installation de Feu” des zwölfköpfigen französischen Künstlerkollektivs Compagnie Carabosse’. Ein sehenswertes Ereignis und meiner Meinung nach der absolute Höhepunkt der Veranstaltung.

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Hmm, ist das jetzt ein Kunstabjekt oder wurde hier einfach nur Wäsche zum trocknen aufgehängt?

Hmm, ist das jetzt ein Kunstobjekt oder wurde hier einfach nur Wäsche zum trocknen aufgehängt?

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

“Let the show begin!”

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

“Installation de Feu” der ‘Compagnie Carabosse’

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

Die Flammen übten auf alle anwesenden …

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

… eine eigenartige Faszination und Anziehungskraft aus.

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

Sehen, hören, fühlen, riechen – viele Sinne wurden angesprochen.

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

Feuer und Wasser müssen nicht unvereinbar sein.

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

Zehntausende waren in diesem Abend unterwegs um das Spektakel zu genießen.

Feuerspeiende Skulpturen, brennende Girlanden und eine unendliche Zahl lodernder Tontöpfe zauberten aus Punkten Linien und aus Eisenkonstruktionen flammende Skulpturen. In die beeindruckende Flut der Sinneseindrücke, angefangen mit der Wärme der lodernden Feuer und der verschiedenen Geruchseindrücke mischte sich das rythmische quietschen der sich bewegenden Skulpturen, untermalt und begleitet vom Zischen des verdampfenden Wassers oder einer Wummernden Verpuffung in einem überdimensionalen Ofenrohr.

 

Zehntausende von Menschen strömten zum den Kaiser Wilhelm-Platz um das Spektakel zu erleben, Alt und Jung fühlte sich gleichermaßen magisch angezogen von der magischen Anziehungskraft des Feuers und genossen die ganz eigene Stimmung der Veranstaltung.

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"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

Fast alle Skulpturen bewegten sich gemächlich …

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

… und luden zum verweilen und bestaunen ein.

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

Lichterketten mit brennenden Tontöpfen hingen von den Bäumen …

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

… und waren unter ständiger Beobachtung der Künstler.

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

Mit dumpfen “Wumm” und beeindruckender Stichflamme verpufften Rauchgase in dem großen Schlot.
(So ein Ding brauche ich unbedingt für zu Hause 😉 )

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

Und wieder sehen, fühlen, riechen und die Stimmung genießen.

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

Hier wird der Sinn offenbar: Wenn sich die “Krake” zusammengefaltet hat schießt sie einen Wasserstrahl hoch in die Luft, der zum Teil verdampft und zum Teil bei seiner Wiederkehr in Form feinster Tröpfchen die Zuschauer erfrischt.

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

So sieht das aus, wenn der Fotograf Angst vor Spritzwasser hat 😉

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

Sieht gefährlicher aus als es ist: keine Frisur wurde verändert 😉

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

Was man mit alten Unterhemden sonst noch machen kann

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

Die Christuskirche an der
Bismarckstraße und neben dem Schauplatz des Geschehens

"Installation de Feu" der 'Compagnie Carabosse'

Zehntausende waren in diesem Abend unterwegs um das Spaktakel zu genießen.

Zehntausende von Menschen strömten zum den Kaiser Wilhelm-Platz um das Spektakel zu erleben, Alt und Jung fühlte sich gleichermaßen magisch angezogen von der magischen Anziehungskraft des Feuers und genossen die ganz eigene Stimmung der Veranstaltung.


 

Zum fotografischen Teil gibt es nicht viel zu sagen:

fast alle Bilder sind im manuellen Modus aufgenommen, die hohen Kontraste durch die hellen Flammen verleiten die Automatik schon mal des öfteren zu einer zu Über- oder auch Unterbelichtung, je nach Situation. Also wurde manuell mit einer Belichtungszeit von bis zu dreizehn Sekunden vom Stativ gearbeitet, bei einigen Fotos kam ein TTL-Aufhellblitz mit einer Korrektur von -2 bis -3 EV als Aufheller für den Vordergrund dazu, dabei war die Synchronisation auf den zweiten Verschlussvorhang eingestellt.

Beim Foto des „explodierenden Sterns“ hab ich die Brennweite meines Zooms während der Aufnahme verstellt, das lässt die Feuerskulptur durch den größer werdenden Abbildungsmaßstab schön auseinander stieben, der Blitz hat dann die Leute im Bild „eingefroren“, das ist schon alles bei dem Bild.

Fotoshop kam so gut wie gar nicht zum Einsatz, fast alle Bilder kommen nach ein paar rudimentären Anpassungen (Kontrast, Helligkeit, Schärfe, mehr nicht) direkt aus Lightroom.

Was es mir gebracht hat:

  • Nach anfänglichen Versuchen mit verschiedenen Belichtungsmessmethoden (Spot, Matrix, Integral) und Blenden-Automatik bin ich schnell in den manuellen Modus, das funktioniert, wenn die richtigen Werte einmal gefunden sind, zuverlässiger. Die Lichtsituation ändert sich nur langsam mit zunehmender Dunkelheit, da ist Zeit genug zum nachregeln.
  • Den Weißabgleich habe ich auf Automatik stehen gelassen, alle Bilder wurden in RAW geschossen. Einige Fotos wurden mit 2700 K aufgenommen, Gras und Laub sahen dann natürlicher aus, was mir dann aber fehlt ist die Stimmung, die durch das rote Glühen besser transportiert wird. Außerdem war die Luft von Rauch und Ruß wie von einem Nebel gefüllt, und dieser reflektierte den rötlichen Schein, was nach der Korrektur auch gefehlt hat bzw. zu bläulich wiedergegeben wurde. Alles in allem waren mir die Bilder zu „kalt“, also habe ich die WB  im Bereich von 5700K gelassen (WB = White Balance = Weißabgleich).
  • TTL-Aufhellblitz im Vordergrund ist manchmal gut, manchmal waren selbst die eingestellten -3EV noch zu hell. Weniger geht aber nicht, also hab ich öfter mal den Blitz abgeschaltet.
  • Das Zoomen während der Belichtung habe ich an diesem Abend zum erstem Mal probiert. Ein wenig Übung braucht man dafür schon, aber hier ist das Display der heutigen Digitalen Gold wert. So nach sechs bis acht Versuchen hatte ich den Bogen raus und habe meine anfängliche Vorsicht fallen gelassen. Ich musste schon flott drehen um den Bereich von 28–80 mm in ein-ein halb Sekunden zu durchfahren, dann war das Ergebnis zufriedenstellend.

 

 

 

Autor: Rt

Wissen wird nicht weniger wenn man es teilt. Jeder kann fotografieren, aber manchmal fehlt uns der eine oder andere Kniff oder es interessiert uns generell, wie etwas gemacht wird. Und weil ich sowieso am liebsten übers fotografieren plaudere habe ich angefangen, in diesem Blog das festzuhalten, was mich zum jeweiligen Zeitpunkt am meisten beschäftigt. Ob es dabei um grundlegende oder weiterführende Techniken geht oder ob ich über eine spezielle Anwendung berichte, und egal ob Ihr Euch als Anfänger betrachtet oder über reichlich Erfahrung verfügt: Ihr seid herzlich eingeladen auf diesen Seiten zu stöbern und mit zu diskutieren.

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