Dieters Fotoblog

Alles rund um das Thema Fotografie

DSCN0286-2

Bildrauschen entfernen mit einfachen Mitteln – die automatisierte Variante

| Keine Kommentare

In meinem Artikel von 01.Januar 2016 hatte ich mich mit dem Thema „Bildrauschen“ auseinandergesetzt und für Hobbyfotografen einen relativ einfachen Weg aufgezeigt, wie man ohne großen Aufwand dieses Rauschen wirkungsvoll verringern kann. Offensichtlich bin ich nicht der Einzige, der auf die Idee mit der „gestapelten“ Mehrfachaufnahme gekommen ist.

Kurz nach dem Erscheinen meines Artikels machte mich ein Leser auf den Beitrag „Bildrauschen reduzieren“ auf anscharius.net  aufmerksam, in dem der Betreiber dieses Blogs ein selbst erstelltes Programm vorstellt, das letztendlich den selben Ansatz verfolgt wie der von mir Beschriebene. Da das Programm zum kostenlosen Download angeboten wird habe ich es mir einmal angesehen.
Der Download aus der Dropbox des Autors umfasst knapp 160 Mbyte und die Installation ist schnell und einfach erledigt. Wenn man keine andere Vorgabe macht installiert sich das Programm unter Programme/anscharius.com und belegt 4,58 MB (4.804.608 Bytes). Dazu addieren sich weitere acht Dateien unter c:/Users/Öffentlich/Öffentliche Dokumente/anscharius.com mit 32,0 KB (32.768 Bytes).

Die Bedienung des Programmes

Der Autor beschreibt auf seiner Seite eingehend den Umgang mit seinem Programm so dass ich hier nicht weiter darauf einzugehen brauche. Lediglich die Menüs sind etwas anders aufgebaut als vom klassischen Windows gewohnt:
Es gibt zwar das klassische „File“-Menü, aber die zu verarbeitenden Bilddateien kann man nur mit dem in der darunter liegenden Menüleiste zu findenden „Open“ laden; hier gibt es dann auch den „Save“-Button, der nach getaner Arbeit gebraucht wird. Aber alle Befehle, die mit der Bildverarbeitung zu tun haben, finden sich hier (bis auf die Rotationsbefehle), es handelt sich also um eine logische Anordnung.

 

Screenshot der Menüleiste: alle Befehle zum Laden, Verrechnen und speichern der Multishots finden sich in der dunkelgrauen Leiste

Screenshot der Menüleiste: alle Befehle zum Laden, Verrechnen und speichern der Multishots finden sich in der dunkelgrauen Leiste

Bildberechnungen

Hat man die zu verarbeitenden Dateien geladen (mit Shift-Klick markieren) und klickt auf den „Merge“-Button, dann erscheint ein kleines Auswahlfenster, in dem man sich für eine von drei Verrechnungsmethoden entscheiden kann. Alle Methoden beschreibt der Autor sehr anschaulich in seinem Blog, so dass ich Euch das an dieser Stelle ebenfalls erspare.  Das Berechnen kann, je nach Größe und Anzahl der Bilder (ich habe mit bis zu 11 Bildern gleichzeitig experimentiert) durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen.
Kleines Kuriosum am Rande: mir ist es immer wieder passiert, dass ich nach der Auswahl der Rechenmethode auf „Cancel“ statt auf „OK“ geklickt und dann ein paar Sekunden vergeblich auf das Rechenergebnis gewartet habe, bis ich meinen Fehler bemerkte. Ich habe keine Ahnung, ob diese beiden Buttons sonst anders herum angeordnet werden, aber nach einen kurzen Gewöhnungsphase hat mich das dann auch nicht mehr gestört.
Was mich hingegen sehr interessiert hat waren die Ergebnisse. Also habe ich das Programm mit den gleichen Bildern geladen die ich zur Demonstration meiner Technik benutzt habe. Drei mal fünf Bilder laden, jeweils eine andere Rechenmethode auswählen, Ergebnis speichern, wie gehabt in PSE eine Auto-Tonwertkorrektur durchführen und dann vergleichen.

Ergebnis:

Um es kurz zu machen: Die Ergebnisse dieses Programmes sind durchaus gleichwertig mit denen des Stacking-Ergebnisses mit Photoshop. Besonders die Standardmethode kommt hier so nahe heran, dass das die beiden Ergebnisse fast nicht zu unterscheiden sind. Ich schreibe absichtlich „fast“, denn die Bearbeitung mit PSE wirkt doch noch ein klein wenig glatter und gefälliger.

Bei meinen ursprünglichen Test wollte ich ja erschwerte Bedingungen haben, deshalb wurden die Fotos absichtlich relativ stark unterbelichtet. Aus Gründen der Vergleichbarkeit musste das Programm darum auch diese Fotos bewältigen. Meine Vermutung ist aber, dass im alltäglichen Gebrauch, wenn die die Ausgangsbilder einigermaßen korrekt belichtet sein werden, es also „nur“ noch um die Rauschentfernung geht, die starke Tonwertkorrektur überflüssig ist. Dadurch wird dann  das vorhandene Restrauschen nicht wieder künstlich verstärkt. Mit kleiner werdender Herausforderung sollten also die Ergebnisse entsprechend besser ausfallen.
Welche Methode man letztendlich einsetzt wird in großem Maße von der Qualität der Ausgangsbilder bestimmt. Es gilt also wie so oft: gucken, was am besten passt.
Wie der Autor auf seiner Seite schreibt, hat er noch einige Wünsche und Ideen für die Weiterentwicklung. Wir dürfen also gespannt sein.

Hier sind die Ergebnisse, damit Ihr Euch einen ersten Eindruck davon verschaffen könnt was diese Software leistet.
Und wie immer gilt: mit einem Klick wird’s größer

Rauschunterdrückung mit der Stackin-Methode in Photoshop-Elements. Das Bild dient als Vorlage für den Vergleich

Rauschunterdrückung mit der Stackin-Methode in Photoshop-Elements.
Das Bild dient als Vorlage für den Vergleich

Die gleichen Quelldatein, mit MSNR nach der Standard-Methode verrechnet

Die gleichen Quelldatein, mit MSNR nach der Standard-Methode verrechnet

Die gleichen Quelldatein, mit MSNR  nach der Methode prefer Shadows verrechnet

Die gleichen Quelldatein, mit MSNR nach der Methode prefer Shadows verrechnet

Die gleichen Quelldatein, mit MSNR nach der Methode prefer Highlights verrechnet

Die gleichen Quelldatein, mit MSNR nach der Methode prefer Highlights verrechnet


Zurück zum Seitenanfang


 

Autor: Rt

Dieter Roth begann seinen Einstieg in die Welt der Fotografie mit 17 Jahren. Zwei Jahre später erwarb er seine erste Spiegelreflexkamera und einige Wechselobjektive. Durch die Mitarbeit in einer Foto-AG Ende der Siebziger Jahre ergab sich durch die dortigen Kontakte die Möglichkeit zur journalistischen Tätigkeit. Obwohl er nie hauptberuflich als Fotograf oder Journalist gearbeitet hat ist er der Fotografie bis heute treu geblieben, seit 2004 arbeitet er ausschließlich digital. Neben diesem Blog betreibt er auch die Website dekamired-10.de, mit der er Einsteiger in die Welt der Digitalfotografie mit Rat zur Seite stehen will.

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.