Dieters Fotoblog

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Testshot: Beschriftung eines Nikkores

Automatik-Zwischenringe als gut funktionierende Alternative zu einem teuren Makro-Objektiv

Mit der Marko-Fotografie beschäftige ich mich seit vielen Jahren immer mal wieder. Kleine Dinge groß im Bild zu zeigen ist eine Herausforderung, die mir sehr viel Spaß macht. Bisher benutzte ich dabei neben einem Umkehrring auch einen Satz manueller Zwischenringe, also ohne die Übertragung irgendwelcher Funktionen.

Seit ein paar Monaten gehören nun diese Automatik-Zwischenringe zu meiner Ausrüstung und ich möchte sie nicht wieder missen. Jetzt kann ich also auch meine Objektive ohne eigenen Blendenring verwenden. Das ging bei den manuellen Ringen zwar auch, aber eben nur mit ganz geöffneter oder ganz geschlossener Blende, je nach Linse.

 

Nachteil der manuellen Zwischenringe

Im ersten Fall fällt die Schärfentiefe sehr knapp aus, im zweiten werden das korrekte Fokussieren und der Bildaufbau sehr erschwert, da durch die vollständig geschlossene Blende kaum noch Licht im Sucher ankommt und man schlicht und ergreifend nichts mehr sieht. Zwar gibt es im Internet Anleitungen, wie man die elektronisch gesteuerte Blende angeblich austricksten kann (z. B. Arbeitsblende einstellen, Abblendtaste am Gehäuse betätigen und festhalten, gleichzeitig die Entriegelungstaste für den Bajonettverschluss drücken und das Objektiv bei weiter festgehaltener Abblendtaste wie gewohnt vom Gehäuse abnehmen, Makro-Ringe ansetzen und an diese dann das “vorbereitete” Objektiv), aber so recht habe ich diesen Tricks nie getraut: mir war einfach die Gefahr einer Beschädigung des Gehäuses oder des Objektivs zu gross.

Wie immer: klick macht grösser

Makro - Automatik-Zwischenringe. Der Wert, um welchen die Bildweite verlängert wird, ist jeweils aufgedruckt. Geliefert werden die Ringe inclusive vorderem und hinterem Abschlussdeckel für das Bajonett.

Makro – Automatik-Zwischenringe.
Der Wert, um welchen die Bildweite verlängert wird, ist jeweils aufgedruckt. Geliefert werden die Ringe inclusive vorderem und hinterem Abschlussdeckel für das Bajonett.

Welche Vorteile bringen die Automatic-Zwischenringe?

Mit den Automatik-Zwischenringen kann ich nun problemlos bei Offenblende und hellem Sucherbild den Bildausschnitt wählen und scharf stellen. Die Aufnahme erfolgt dann wie gewohnt mit der an der Kamera gewählten Arbeitsblende.

Makro - Automatik-Zwischenringe. Gut zu erkennen sind die Markierungen zum aneinandersetzen. Wenn man vom Gehäuse weg baut, zielt man mit dem Dreieck des anzubauenden Rings auf das Quadrat des bereits befestigten Ringes (oder auf die entsprechende Markierung am Kameragehäuse). Vorsichtig die Ringe ineinander setzen bis die Gleitflächen aufliegen und dann den losen Ring so drehen, dass die Dreiecke in einer Flucht liegen. Dabei hört man, wie die vergoldeten Kontaktpins übereinander gleiten, bis der Bajonettverschluss gut hör- und fühlbar einrastet. Die länglichen Taster im Bild unterhalb der quadratischen Markierungen sind die jeweiligen Entriegelungstasten zum lösen des BAjonettverschlusses.

Makro – Automatik-Zwischenringe.
Gut zu erkennen sind die Markierungen zum aneinandersetzen. Wenn man vom Gehäuse weg baut, zielt man mit dem Dreieck des anzubauenden Rings auf das Quadrat des bereits befestigten Ringes (oder auf die entsprechende Markierung am Kameragehäuse). Vorsichtig die Ringe ineinander setzen bis die Gleitflächen aufliegen und dann den losen Ring so drehen, dass die Dreiecke in einer Flucht liegen. Dabei hört man, wie die vergoldeten Kontaktpins übereinander gleiten, bis der Bajonettverschluss gut hör- und fühlbar einrastet.
Die länglichen Taster im Bild unterhalb der quadratischen Markierungen sind die jeweiligen Entriegelungstasten zum lösen des Bajonettverschlusses.

Der Autofokus arbeitet ebenfalls, die Ringe haben sogar eine mechanische Autofokus-Kupplung für die AF-Objektive ohne Motor, also für genau die Schätzchen, die ich bisher verwendet habe. Allerdings gestaltet sich je nach Motiv (Kontrast, Oberflächen-beschaffenheit, Lichtverhältnisse) das korrekte Fokussieren für die Kamera oft sehr schwierig. In der Praxis bevorzuge ich daher weiterhin die manuelle Einstellung der Schärfe. Die Ringe bieten aber alle Voraussetzungen für das Fotografieren mit AF, auch für Objektive mit eingebautem AF-Motor. Alle elektrischen Funktionen zwischen Kamera und Objektiv werden übertragen, die Exif-Daten sind komplett.

Der hauptsächliche Vorteil  liegt also hier hauptsächlich in der Fähigkeit die automatischen Springblende nutzen zu können, was für mich allein schon eine wesentliche Erleichterung bedeutet.

Ein Wort noch zur Verarbeitung:

Die Automatik-Zwischenringe machen einen sehr guten und stabilen Eindruck, so dass ich mir eine lange Lebensdauer erhoffe. Die Anschlüsse sind passgenau gefertigt und es gibt Markierungen, die das Ansetzen erleichtern. Durch die griffig gestaltete Oberfläche geht das Lösen der Ringe ebenfalls leicht, also kein Unterschied zum “normalen” Objektivwechsel.
Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit diesen Ringen.

Makro - Automatik-Zwischenringe. Gut zu erkennen sind die acht vergoldeten Kontakte zur elekronischen Datenübertragung zwischen Objektiv und Kameragehäuse. Obwohl neue Nikkore bis zu zehn Kontakte aufweisen können, werden hier alle wichtigen Verbindungen hergestellt: Autofokus und elektronische Blendensteuerung funktionieren, die entsprechenden Exif-Daten werden im Bild gespeichert.

Makro – Automatik-Zwischenringe.
Gut zu erkennen sind die acht vergoldeten Kontakte zur elekronischen Datenübertragung zwischen Objektiv und Kameragehäuse. Obwohl neue Nikkore bis zu zehn Kontakte aufweisen können, werden hier alle wichtigen Verbindungen hergestellt: Autofokus und elektronische Blendensteuerung funktionieren, die entsprechenden Exif-Daten werden im Bild gespeichert.

Mein Fazit:

Wer auf der Suche nach einer gut funktionierenden Alternative zu einem teuren Makro-Objektiv ist sollte einen solchen  Satz Automatik-Zwischenringe unbedingt in seine Überlegungen einbeziehen. Die Verarbeitung ist gut und das Preis-Leistungsverhältnis hervorragend. Dabei reichte zum Zeitpunkt meiner Anschaffung (Mai 2015) die Preisspanne von ca. 50.- bis 80.- Euro, je nach Händler und Internet-Portal. Es kann sich unter Umständen also lohnen eventuell etwas zu suchen oder auch mal ein paar Wochen zu warten.

Makro - Automatik - Zwischenringe: Testshot.

Makro – Automatik – Zwischenringe: Testshot. Bemerkenswert die trotz Blende f/32 sehr geringe Schärfentiefe.
Hier ein Auszug aus den Exif-Daten:
Filename – DSC_4045-Bearbeitet-2-Bearbeitet.jpg
Make – NIKON CORPORATION
Model – NIKON D80
XResolution – 72
YResolution – 72
ResolutionUnit – Inch
Software – Adobe Photoshop Lightroom 5.7 (Windows)
DateTime – 2015:12:29 13:00:23
Artist – Dieter Roth
Copyright – © Dieter Roth
ExposureTime – 1.1 seconds
FNumber – 32
ExposureProgram – Aperture priority
ISOSpeedRatings – 100
ExifVersion – 0230
DateTimeOriginal – 2015:12:29 13:33:02
DateTimeDigitized – 2015:12:29 13:33:02
ShutterSpeedValue – 1 seconds
ApertureValue – F 32.00
ExposureBiasValue – 0.00
MaxApertureValue – F 5.10
MeteringMode – Multi-segment
LightSource – Auto
Flash – Not fired
FocalLength – 42.00 mm
FocalLengthIn35mmFilm – 63 mm

 Wie immer freue ich mich über Kommentare und Anmerkungen, Ihr dürft auch gerne über eigene Erfahrungen berichten 😉


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Autor: Rt

Wissen wird nicht weniger wenn man es teilt. Jeder kann fotografieren, aber manchmal fehlt uns der eine oder andere Kniff oder es interessiert uns generell, wie etwas gemacht wird. Und weil ich sowieso am liebsten übers fotografieren plaudere habe ich angefangen, in diesem Blog das festzuhalten, was mich zum jeweiligen Zeitpunkt am meisten beschäftigt. Ob es dabei um grundlegende oder weiterführende Techniken geht oder ob ich über eine spezielle Anwendung berichte, und egal ob Ihr Euch als Anfänger betrachtet oder über reichlich Erfahrung verfügt: Ihr seid herzlich eingeladen auf diesen Seiten zu stöbern und mit zu diskutieren.

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